Das erste Gold war im Bereich des Erwartbaren gewesen, das zweite eine Überraschung: Innerhalb von gerade einmal 77 Minuten durfte sich das deutsche Paralympics-Team am 5. Wettkampftag in Tokio über die ersten beiden Goldmedaillen freuen. Am frühen Morgen lief Triathlet Martin Schulz bei Temperaturen jenseits der 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent als Erster über die Ziellinie und schrie seine Freude heraus. „Ich bin sehr happy, mir ist alles aufgegangen. Es war ein cooles Rennen“, sagte Schulz, dem seit Geburt ein Unterarm fehlt, nach dem Rennen. Für den 31-Jährigen war es nach Rio 2016 der zweite Sieg bei den Paralympics.

Nach 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen lag er in der Startklasse PTS5 am Ende 45 Sekunden vor dem Zweitplatzierten Briten George Paesgood, der lange geführt und auf den der Deutsche nach dem Schwimmen noch eine Minute Rückstand hatte.

Vorbereitung mit Luftbefeuchter und Heizstrahler

Schulz hatte sich auf die extremen Bedingungen besonders vorbereitet. „Ich habe gelegentlich im Schwimmbad mein Fahrrad aufgestellt“, erzählte der Leipziger bereits vor der Abreise nach Japan: „Dazu habe ich Einheiten im Hitzezelt mit Luftbefeuchter und Heizstrahler gemacht. Da waren 38 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit.“ Es zahlte sich aus und Schulz brach mit seinem Erfolg den Bann für das deutsche Para-Team. Nachdem es zuvor vier Tage lang keinen deutschen Sieg gegeben hatte, war der Erwartungsdruck bereits groß gewesen.

„Am Abend vor dem Rennen ist meinem Trainer und mir im Zimmer bewusst geworden, dass wir das Glück haben, die ersten sein zu dürfen und dass ich das erste Gold holen kann“, sagte Schulz. „Das war wirklich so ein Ding, was mich auf dem letzten Laufkilometer nochmal gepusht hat.“ Die erste „Gold-Rakete“ habe gezündet, freute sich auch DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. „Wir alle sind so glücklich und so froh. Es ist wirklich etwas abgefallen.“

Gold auch für Baus im Tischtennis…