Rachel Salamander eröffnete 1982 unter dem Namen „Literaturhandlung“ eine Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum. Mittlerweile gibt es Zweigstellen in acht deutschen Städten. Mit ihren Buchhandlungen habe die 72-Jährige Münchnerin jüdische Autoren, deren Bücher einst verbrannt worden waren, in den Kanon deutscher Literatur zurückgeholt, hieß es in der Begründung der Jury.

Salamander setze sich laut Jury „ganz im Sinne Heinrich Heines für Völkerverständigung und gegen Antisemitismus“ ein. Salamander selbst nannte Heine einen der „Götter im Literaturhimmel“, der „prototypisch für die moderne jüdische Existenz“ sei.

Laudatio mit Appell gegen Antisemitismus

Bei der Verleihung im Düsseldorfer Schauspielhaus lobte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Salamander als „Ermöglicherin des deutschen Geisteslebens“, die die literarische Welt für viele Leser begeh- und bewohnbar gemacht habe. Er verband seine Laudatio mit einem Appell, denn auch in der Gegenwart und in der Kultur gebe es wieder einen als sogenannte Israelkritik verkappten Antisemitismus.

Die Erschütterung über den „aktuellen Hass“ gegen Juden müsse alle erfassen, forderte der Bundespräsident. „Wir haben die Pflicht zur Gegenwehr – nicht jeder für sich, sondern wir miteinander und füreinander.“ Und er ergänzte: „Heimat ist auch der Ort, an dem man jede Form von Rassismus und Antisemitismus bekämpft.“

Salamander zwischen Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (l.) und Frank-Walter Steinmeier

Mehrfach preisgekrönte Publizistin

Rachel Salamander wurde 1949 in einem „Displaced Persons Camp“ für Überlebende des Holocaust im bayerischen Deggendorf geboren und studierte Germanistik, Philosophie und Romanistik an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Später war Salamander unter anderem Herausgeberin der „Welt“-Literaturbeilage und arbeitete für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Seit 2015 ist sie Aufsichtsratsmitglied im Suhrkamp Verlag. Für ihr Schaffen wurde sie…