Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, schrieb auf Twitter, eine der Detonationen habe sich am Abbey-Tor des Flughafens ereignet. Zudem habe es eine zweite Explosion in der Nähe des Hotels Baron gegeben, das nicht weit entfernt ist. Durch die „komplexe Attacke“ sei eine bislang unbekannte Zahl an Toten und Verletzten zu beklagen. Unter ihnen seien auch Amerikaner.

Die Lage ist weiter unübersichtlich. Laut einem Vertreter der radikalislamischen Taliban, die seit kurzem in Afghanistan an der Macht sind, wurden mindestens 13 Menschen bei der Detonation getötet. Unter ihnen seien auch Kinder und viele Wachen der Taliban. Die Nichtregierungsorganisation Emergency spricht von mindestens sechs, das russische Außenministerium von mindestens zwei Toten. In den vergangenen Tagen hatte es zunehmend Warnungen vor Terroranschlägen rund um den Flughafen in Kabul gegeben. 

Die Bundeswehr bestätigte die Explosion auf Twitter und erklärte, es seien keine eigenen Kräfte betroffen. In deutschen Sicherheitskreisen hieß es, es gebe Verletzte. Es herrsche Chaos. Das Attentat sei von außerhalb des Flughafens verübt worden, nicht von einer oder mehreren Personen, die sich auf das Gelände des Flughafens geschmuggelt hätten, hieß es weiter.

Derweil hob nach inoffiziellen Angaben in Kabul die letzte Evakuierungsmaschine der Bundeswehr ab. Das Flugzeug steuerte die usbekische Hauptstadt Taschkent an, die als Drehkreuz für die Rettungsmission dient.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte eine geplante Reise nach Israel wegen der Krise in Afghanistan ab, wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte. Der Besuch soll nachgeholt werden. Merkel wollte kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit auf Einladung des neuen israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett das Land besuchen.

jj/uh (dpa, afp, rtr)

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