Der Afghanistaneinsatz ist gescheitert. Das sieht ein CSU-Politiker allerdings nicht so. Überhaupt scheinen noch viel zu viel falsche Vorstellungen zu kursieren. Gut, dass ein Afghanistan-Experte mit vielen Irrtümern aufräumte.

Von Sylvie-Sophie Schindler

Da saß also dieser CSU-Politiker am Mittwochabend bei Markus Lanz und sprach davon, dass der gesamte Afghanistaneinsatz „nicht unerfolgreich“ gewesen sei. Die Idee sei die der Antiterrorbekämpfung gewesen. „Dieser Teil war ja durchaus erfolgreich“, befand Markus Blume und man fragte sich, was ist mit diesem Mann denn bitte los, wie kommt er denn auf solchen Fantasy-Kram? Zwei andere Gäste, Janine Wissler und Emran Feroz, konnten auch nur den Kopf schütteln. Und widersprachen heftig. „Es gab massenhaft Anschläge in den letzten Jahren in Afghanistan“, warf die Linken-Politikerin ein. Feroz, der kaum fassen konnte, was er da gerade gehört hatte, erinnerte Blume: „Die Taliban haben gerade Kabul erobert, kontrollieren fast das ganze Land und sind die am besten aufgestellte islamistisch-militante Gruppierung der Welt.“ Man muss wissen: Feroz hat selbst afghanische Wurzeln, kennt das Land gut und hat viele Kontakte dorthin. In bester Unkenntnis redete Blume dennoch weiter: „Es ist gelungen, den internationalen Terrorismus einzudämmen.“ Erneuter Einspruch von Feroz: „Auch das stimmt nicht.“ Al Kaida habe sich global ausgebreitet, agiere in Regionen weltweit wie im Jemen und Syrien. „Osama bin Laden würde sich heute freuen“, so der Journalist und Buchautor.

Ist jeder abgeschobene Afghane Straftäter?

Die Gäste des Talks in alphabetischer Reihenfolge:

Robin Alexander, JournalistMarkus Blume, CSU-GeneralsekretärEmran Feroz, AutorJanine Wissler, Linken-Parteivorsitzende

Überhaupt war Feroz für die Sendung ein großer Gewinn. Ein Kenner der Thematik, der deutlich machte: „Auf Kosten afghanischer Menschenleben wird seit…