1991 bat der Fotograf Kirk Weddle einen Freund, sein vier Monate altes Baby zu einem Fotoshooting für die Grunge-Band Nirvana in einem Schwimmbad mitzubringen. Dieses Baby war Spencer Elden. Nackt wurde der Säugling im Wasser eines Pools fotografiert und landete schließlich auf Nirvanas bahnbrechendem „Nevermind“-Album. Das Unterwasserbild wurde zur Ikone des Grunge-Rock.

„Lebenslange Schäden“

30 Jahre nach Erscheinen des Albums haben die Anwälte von Spencer Elden nun Klage eingereicht: Für das „Nevermind“-Coverbild sei Elden minderjährig „zu kommerziellen sexuellen Handlungen gezwungen“ worden. Das Baby-Model wider Willen verklagt daher unter anderem die ehemaligen Bandmitglieder, das Plattenlabel und den Fotografen auf 150.000 Dollar (rund 130.000 Euro) Schadenersatz wegen „lebenslanger Schäden“. Diese umfassen „extremes und dauerhaftes seelisches Leid mit körperlichen Auswirkungen“, „lebenslangen Verlust von Einkommensmöglichkeiten“ sowie „Verlust der Lebensfreude“.

Nirvana-Frontmann Kurt Cobain soll auf das unzensierte Nacktfoto bestanden haben

Desweiteren heißt es in der Klage, dass es bei der Vermarktung des Albums mittels des nackten Babys um sexuelle Ausbeutung handele. Auch im Video der Single „Come As You Are“ war das Foto verwendet worden. 

Dazu wird in der Klageschrift beanstandet, dass von den 40 bis 50 Fotos, die gemacht wurden, Lead-Sänger Kurt Cobain ein Bild ausgesucht habe, auf dem Elden wie ein „Sexarbeiter“ nach einem Dollarschein greife. Zudem hätten weder Spencer, noch seine Erziehungsberechtigten der kommerziellen und massenhaften Verwertung der Fotografie zugestimmt.

Familie erhielt 200 Dollar

In einem Interview mit dem US-amerikanischen Radiosender NPR aus dem Jahr 2008 beschrieb Eldens Vater, wie sein Freund, der Fotograf Kirk Weddle, ihn 1991 anrief und sagte, er könne 200 Dollar verdienen, indem er sein Kind ins Wasser werfe. Die Familie habe keine Ahnung gehabt, wofür das Foto gedacht war, bis sie drei Monate später…