Sehen Sie im Video: Afghanen finden Zuflucht auf US-Militärbasis in Rheinland-Pfalz.

War der Afghanistan-Einsatz gerechtfertigt? Haben sich die 20 Jahre gelohnt? Hätte es Alternativen gegeben? Derlei Fragen sind für diese Menschen zweitrangig. Sie sind heilfroh, endlich auf der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz angekommen zu sein. Der US-Stützpunkt ist für sie zwar nur ein Zwischenziel, aber immerhin – ein sicheres. Während die Frist für eine Evakuierung aus Kabul abläuft, arbeiten die USA und andere Länder mit Hochdruck daran, so viele Menschen wie möglich vor dem 31. August aus Afghanistan herauszubringen. 37 Maschinen haben bis zum Dienstag rund 7000 Evakuierte nach Ramstein gebracht. Die Kapazität des Stützpunkts liegt bei 12.000 Personen. Die Geflüchteten bekommen hier neben Erster Hilfe, Wasser und Nahrung bei Bedarf auch eine psychologische Erstversorgung, erklärt Lieutenant Colonel Simon Ritchie. „Generell machen die Menschen, die aus den Flugzeugen steigen, einen sehr tapferen Eindruck. Sie sind sehr glücklich, hier auf deutschem Boden zu sein. Sie sind dankbar und sehr gut gelaunt. Und das ist in Anbetracht dessen, was sie in den letzten Wochen durchgemacht haben, ein wunderbarer Anblick.“ Die temporären Zeltunterkünfte wurden in einem Bereich errichtet, in dem sonst Flugzeuge repariert werden. Zuständig war auch Colonel Chris Meeker. „Wir hatten am Samstag und Sonntag einen Aufruf für Freiwillige gestartet. Und es kamen Hunderte: Die Armee, die örtliche Bevölkerung, alle wollen helfen. Das kann ich Ihnen sagen, auch wenn Sie hierüber nicht so begeistert sind. Wenn Sie das erste Mal afghanische Kinder sehen, die Fußball spielen und lächeln und lachen, dann sind sie voll dabei. Ebenfalls am Wochenende war hier an Bord eines Evakuierungsflugzeugs auch ein Kind einer afghanischen Frau zur Welt gekommen. Mutter und Kind sind mittlerweile aus dem Militärhospital zurück und wohlauf, hier in Ramstein.