Die mexikanische Dirigentin Alondra de la Parra macht internationale Karriere und ist zur Kulturbotschafterin ihrer Heimat geworden. Ihre ukrainische Kollegin Oksana Lyniv ist geradeals erste Frau, die bei den Bayreuther Festspielen am Pult stand, in aller Munde. Der deutsche Violinist Tobias Feldmann ist einer der bedeutendsten Geiger seiner Generation und mit gerade einmal 20 Jahren Musikprofessor in Würzburg. Der Russe Kuzma Bodrov ist einer der führenden Komponisten Russlands, gefragt in Film und Theater.

Was diese Musikerinnen und Musiker gemeinsam haben? Sie alle waren Teilnehmer des Campus-Projektes der DW und des Beethovenfestes. „Es ist eines unserer aufregendsten und besten Projekte“, so Nike Wagner, Intendantin des Beethovenfestes, die die Entwicklung von Campus seit sieben Jahren begleitet. Aber was genau ist eigentlich das Campus-Projekt?

Oksana Lyniv und das neu gegründete Jugendorchester der Ukraine beim Campus-Projekt in Bonn, 2017

2001: Wie alles anfing

Man schrieb das Jahr 2001. Die „Beziehung“ der DW und des Beethovenfestes Bonn war noch ganz frisch. Erst 1998 war die Wiederbelebung eines Beethovenfestes in Bonn mit Beteiligung der DW beschlossen worden. Was konnten Deutschlands Auslandssender und ein Musikfestival, das den berühmten Sohn der Stadt feiert, zusammen entwickeln? Schon bald war die Idee geboren: Die internationale Kompetenz der DW soll auf Beethovens Geist treffen.

„Campus war für meine Karriere prägend“, sagt Kuzma Bodrov, einer der erfolgreichsten Komponisten Russlands

In den ersten Jahren „beschränkte“ sich das Projekt darauf, junge Solisten und Orchester aus aller Welt nach Bonn einzuladen. Hier, in der Beethovenstadt, wurde wochenlang gearbeitet und experimentiert. Zum Schluss wurde ein Programm aus Beethovens Werken und der Komponisten aus dem jeweiligen Gastland aufgeführt.

Mit dem Orchester des Kiewer Konservatoriums aus der damals gerade erst zehn Jahre jungen, unabhängigen Republik Ukraine ging es 2001 los. Es folgten…