Es ist der Ruhmestempel der Nation, die Gedenkstätte für große Persönlichkeiten der französischen Geschichte aus Politik, Kultur und Wissenschaft. Wer im Panthéon von Paris liegt, ist zwar tot, aber auch unsterblich. Unter den 80 dort Beigesetzten sind nur fünf Frauen. Jetzt kommt mit Joséphine Baker die sechste hinzu – und die erste schwarze Persönlichkeit überhaupt.

Nur der französische Präsident darf entscheiden, wer im Pantheon zur ewigen Ruhe beigesetzt wird. Und Emmanuel Macron stimmte zu, dass Joséphine Baker, die 1975 in Monaco beerdigt wurde, hier einziehen darf. Die Überführungszeremonie soll am 30. November stattfinden – dem Tag, als die gebürtige Amerikanerin bei ihrer Hochzeit mit dem Franzosen Jean Lion die französische Staatsbürgerschaft erhielt.

Petition an den Präsidenten

Seit 2013 hatte sich Bakers Sohn Brian Bouillon-Baker zusammen mit Gleichgesinnten für die Aufnahme seiner Mutter ins Pantheon stark gemacht. 38.000 Unterschriften erhielt die Petition, die man Macron vorgelegt hatte und die Josephine Bakers Verdienste in wenigen Worten zusammenfasst: „Sie war eine Künstlerin, der erste schwarze internationale Star, eine Muse der Kubisten, eine Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg in der französischen Armee, aktiv an der Seite von Martin Luther King im Kampf für die Bürgerrechte.“

Das Panthéon ist viel mehr als ein Mausoleum: Es ist die Ruhmeshalle der französischen Helden

„Als der Präsident ja sagte, war die Freude groß“, so die Fürsprecherin und Unternehmerin Jennifer Guesdon zur Nachrichtenagentur AFP.

Kein leichter Start ins Leben 

Als Joséphine Baker am 03.06.1906 in den Slums von St. Louis im Bundesstatt Missouri in den USA als uneheliche Tochter einer Schwarzen und eines weißen Spaniers das Licht der Welt erblickte, hätte wohl niemand gedacht, dass sie einst in Frankreichs Allerheiligem im Herzen von Paris an der Seite von Voltaire, Jean-Jacques Rousseau, Victor Hugo, Emile Zola oder Marie Curie die…