Für die Grünen könnten sie ein entscheidender Beitrag zur Verkehrswende sein: Lastenfahrräder. Daher will die Partei den Kauf der Transporträder in der nächsten Legislaturperiode mit einer Milliarde Euro bezuschussen. Eine Million Lastenräder sollten vom Bund mit jeweils 1000 Euro Zuschuss gefördert werden, sagte der Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Anders als bisher sollten auch privat genutzte Lastenräder Anspruch auf einen Zuschuss haben. Derzeit können nur Firmen, Kommunen oder Vereine eine Förderung beantragen.

»Saubere Mobilität gibt es nicht zum Nulltarif«, sagte Kindler. Lastenrädern komme in der Verkehrswende eine wesentliche Bedeutung zu. Viele Handwerkerinnen und Kleinunternehmer könnten ihre Dienstleistungen und Fahrten auch mit E-Lastenrädern anbieten. Für sie gebe es aber zu wenig Fördermittel. Gleiches gelte für Leihsysteme für E-Lastenräder und für Familien, die sich ein Lastenrad anschaffen wollten.

»Scheuer lässt Familien im Regen stehen«

Vor allem in Städten nutzen immer mehr Menschen und Unternehmen verschiedene Varianten des Lastenrads als Alternative zum Auto. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte hat Corona die Nachfrage weiter gesteigert. In der bisherigen Förderung des Bunds schlägt sich das jedoch kaum nieder: Nur 887 Lastenräder wurden in den vergangenen drei Jahren gefördert. Das ergibt eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Frage Kindlers.

»Andreas Scheuer kümmerte sich in seiner Amtszeit viel lieber um das Mautdesaster, das Chaos bei der Autobahn GmbH und den Bau von bayerischen Straßen«, kritisiert Kindler den Verkehrsminister. »Auch Familien, die sich ein Lastenrad anschaffen wollen, lässt Scheuer seit dreieinhalb Jahren im Regen stehen.« Eine neue Bundesregierung müsse entsprechend ab dem Herbst mehr Geld für die Verkehrswende in die Hand nehmen.