Olivgrüne Seeschlange
Die will nur lecken: Warum Taucher vor dieser angreifenden Giftschlange keine Angst haben müssen

Die Aipysurus laevis (Olive Sea Snake) kommt im Great Barrier Reef bei Australien vor

© Reinhard Dirscherl/ / Picture Alliance

von Malte Mansholt
21.08.2021, 14:39 Uhr

Seit Jahren rätseln Forscher, warum die Olivgrüne Seeschlange – eine der giftigsten Schlangen der Welt – immer wieder Taucher verfolgt. Die Begründung ist einfach: Sie will sich fortpflanzen.

Das Verhalten irritierte: Immer wieder schwimmt die Olivgrüne Seeschlange (Aipysurus laevis) im Great Barrier Reef bei Australien auf Taucher zu, verfolgte sie gar. Doch statt ihrer gefährlichen Giftzähne fahren die Schlangen nur die Zunge aus – und lecken die Taucher ab. Jetzt haben Forscher nach jahrelanger Untersuchung eine überraschende Erklärung für das Verhalten gefunden: Die männlichen Schlangen halten die Taucher für paarungswillige Weibchen.

„Die Männchen sind sehr erregt und sind aktiv auf der Suche nach einem Weibchen“, erklärt der Hauptautor der gerade erschienen Studie. Rick Shine, dem Magazin „Live Science“. Laut dem Reptilienexperten der Macquarie Universität könnten die Schlangen schlicht nicht den Unterschied zwischen einer weiblichen Schlange und den Tauchern erkennen. Und würden so absurde Situationen entstehen lassen.

Mehr Zusammenstöße in der Paarungszeit

Für die Studie hatten die Forscher 158 Zusammenstöße mit der sehr giftigen Schlange untersucht. Und festgestellt, dass sie in der Mehrheit während der Paarungszeit der Tiere auftraten. Doch trotz des auch für Menschen tödlichen Giftes glauben die Experten nicht, dass die Schlangen während der Paarungszeit gefährlicher sind. „Sie versuchen nicht anzugreifen, sie sind bloss neugierig“, erklärt Tim Lynch, der bereits in den Neunziger Jahren erste Daten zu den Schlangen sammelt. Er war…