Unbequeme Wahrheit
Der meistgeklickte Link bei Facebook säte Impfzweifel. Doch Facebook wollte nicht, dass wir das wissen

Der Transparenz-Bericht sollte Facebooks Image verbessern (Symbolbild)

© Niall Carson / Picture Alliance

von Malte Mansholt
21.08.2021, 12:08 Uhr

Mit einem Transparenz-Report wollte sich Facebook diese Woche vom Image befreien, Covid-Lügen zu verbreiten. Einen früheren Bericht hat der Konzern aber für sich behalten – weil er dem Image recht gegeben hätte.

Covid-Verschwörungstheorien, Wahlkampf-Lügen und nun die Impfzweifel: Facebook hatte im letzten Jahr massiv mit Desinformationen auf der Plattform zu kämpfen. In seinem am Mittwoch erstmals vorgestellten Transparenz-Report wollte der Konzern beweisen, dass die meisten Nutzer die Plattform für private Inhalte nutzen. Nun stellt sich heraus: Es gab bereits eine erste Fassung des Reports. Doch die wurde gestrichen, weil sie die Botschaft des Konzerns untergraben hätte.

Das geht aus einem Bericht der „New York Times“ hervor. Der Zeitung war eine Kopie des ersten Berichtes zugespielt worden. Während der veröffentlichte Report den Zeitraum von April bis Juni diesen Jahres beinhaltet, deckte die erste Fassung die ersten drei Monate des Jahres ab. Und zeichnete ein deutlich anderes Bild als der nun veröffentlichte Report.

Impfzweifel als Top-Artikel

Während in dem veröffentlichten Bericht tatsächlich harmlose Inhalte wie Kochrezepte oder die Seite der UNICEF die meistbesuchten Inhalte bestimmen, landete im ersten Quartal noch ein Bericht auf Platz 1, der dem Klischee von Facebook als Verbreiter von Impfzweifeln voll entspricht: Es handelt sich um einen Zeitungsartikel, der den Tod eines Arztes aus Florida direkt mit seiner Covid-Impfung in Zusammenhang zu stellen versucht. Alleine 54 Millionen US-Bürger hatten den Link von dem Netzwerk angezeigt bekommen. Tatsächlich war…