Die Lage am Flughafen der afghanischen Hauptstadt sei weiterhin äußerst unübersichtlich, heißt es in einem aktuellen Schreiben der deutschen Botschaft in Kabul mit Informationen zu den Evakuierungsflügen. So komme es immer häufiger zu gefährlichen Situationen und bewaffneten Auseinandersetzungen an den Gates. Der Zugang zum Airport sei nicht durchgehend gewährleistet und es sei wegen der unklaren Situation nicht möglich, vorab Informationen zu geben, wann die Tore geöffnet sein würden. Das US-Militär entscheide über Öffnung und Schließung der Tore – je nach Lage.

Der Weg zum Flughafen erfolge auf eigene Verantwortung, wird in dem Schreiben ausdrücklich betont. Ein Transport vom individuellen Aufenthaltsort im Kabuler Stadtgebiet zum Airport könne durch die deutsche Botschaft nicht geleistet werden.

Auch Hubschrauber im Einsatz

Wie gefährlich und chaotisch die Lage weiterhin ist, zeigte sich auch daran, dass US-Soldaten mit Hubschraubern losfliegen mussten, um am Freitag 169 Menschen sicher zum Flughafen zu bringen. Pentagon-Sprecher John Kirby berichtete, die Menschen seien vom Baron Hotel in der Nähe des Airports von drei Chinook-Helikoptern abgeholt worden. Grund sei die „große Menschenmenge“ vor dem Flughafen gewesen.

Für Spezialeinsätze geeignet: Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ H145M (Archiv)

Auch die Bundeswehr schickte zwei Hubschrauber nach Kabul, die Evakuierungen unterstützen sollen. Es gehe um eine „Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten“, teilte das deutsche Verteidigungsministerium mit. Die Maschinen könnten für die Rettung einzelner Bundesbürger oder auch Ortskräfte aus Gefahrenlagen eingesetzt werden. Bisher flog die Bundeswehr etwa 1900 Menschen aus Kabul aus, zuletzt 172 am späten Freitagabend und weitere sieben in der Nacht zum Samstag.

„Eine der schwierigsten Luftbrücken“

Die US-Armee brachte nach Angaben von Präsident Joe Biden seit vergangenem Samstag rund 13.000 Menschen in Sicherheit. Zwischenzeitlich hatten die…