„Obwohl Kinder und Jugendliche am wenigsten für den Klimawandel verantwortlich sind, sind sie schon jetzt am stärksten von seinen Auswirkungen betroffen“, heißt es in einem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, der zum dritten Jahrestag der Protestbewegung „Fridays for Future“ veröffentlicht wurde.

Demnach ist fast die Hälfte aller Kinder weltweit durch die Auswirkungen des Klimawandels „extrem stark gefährdet“. Betroffen seien rund eine Milliarde von 2,2 Milliarden Mädchen und Jungen. Im erstmals von UNICEF veröffentlichten Klima-Risiko-Index für Kinder sind insgesamt acht klima- und umweltbedingte Gefahren definiert, die dann zu einer von fünf Bedrohungsstufen zusammengefasst werden.

Gefahren in Afrika besonders groß

Am heftigsten bedroht sind laut Index Kinder in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad, in Nigeria, Guinea und Guinea-Bissau. Mindestens einem der analysierten Risiken seien mehr als 99 Prozent aller Kinder ausgesetzt. Deutschland liegt auf Rang 142 von 163 untersuchten Nationen.

Höchst gefährlich für Kinder: Unterernährung infolge von Dürren

Konkret litten schon heute rund 820 Millionen Kinder – und damit mehr als ein Drittel der Heranwachsenden – unter starken Hitzewellen. 400 Millionen seien aktuell durch Wirbelstürme bedroht. Außerdem seien 330 Millionen Kinder Überschwemmungen durch Flüsse ausgesetzt, 240 Millionen seien in Küstenregionen in Gefahr.

Hinzu kämen langsam einsetzende Veränderungen. Schon jetzt litten 920 Millionen Kinder an Wasserknappheit, heißt es weiter in dem Bericht mit dem Titel „Die Klimakrise ist eine Krise der Kinderrechte“. Auch Infektionskrankheiten wie Malaria oder Dengue, die durch Mücken oder andere Krankheitserreger übertragen werden, nähmen infolge der Klimaveränderungen zu. Davon seien weltweit derzeit mehr als 600 Millionen Kinder bedroht. UNICEF hob hervor, klimabedingte Risiken verstärkten sich gegenseitig. So könnten Unwetter und Wirbelstürme in Verbindung mit dem Anstieg…