Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist Mitverfasserin eines Appells von sieben Kultur-Organisationen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Heiko Maas „sich für Kollegen in Afghanistan, die sich jahrelang mit Ihrer Unterstützung um den Erhalt des Kulturerbes Afghanistans bemüht haben“, einzusetzen. 

Auch Ute Franke hat unterschrieben. Sie ist Archäologin am Islamischen Museum in Berlin und hat viele Jahre in Afghanistan geforscht. Von 2004 bis 2012 dokumentierte sie archäologische Fundstätten in der Provinz Herat, leitete Ausgrabungen auf der Zitadelle und katalogisierte die Museumssammlung in Herat im Rahmen der Deutsch-Afghanischen Archäologischen Forschungsmission unter der Schirmherrschaft der Eurasien-Abteilung und später des Museums für Islamische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin. Die DW sprach mit ihr über die prekäre Lage in Afghanistan.
 

Deutsche Welle: Frau Franke, wie sieht im Moment der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen in Afghanistan aus? Haben Sie Nachrichten von Menschen, mit denen Sie zusammengearbeitet haben?

Ute Franke: Wir sind im Moment in relativ engem Kontakt, sofern die Leitungen das zulassen. Häufig sind die Netze überlastet und dann ist kein Austausch möglich. Es gehen viele Informationen hin und her: Was ist passiert? Wie geht es weiter? Was machen wir Deutsche? Es gibt natürlich auch Bemühungen, gefährdete Personen in Sicherheit zu bringen und zu schützen. 

Gibt es Unterstützung von der Bundesregierung? Sie haben gemeinsam mit verschiedenen archäologischen Verbänden und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen Brief unterzeichnet, in dem Sie für Menschen, die in kulturellen Institutionen in Afghanistan arbeiten, um Hilfe gebeten haben. Gibt es von der Bundesregierung eine Antwort auf diesen Brief?

Wir sind mit dem Auswärtigen Amt in engem Kontakt und mit den Abteilungen, die diese Dinge leiten und koordinieren.

Wie konkret ist die Bedrohungslage für die Menschen, für die Sie sich gerade einsetzen?…