„Wir kennen noch nicht das ganze Ausmaß dieses Delta-Ausbruchs. Alles in allem zeigt uns das, dass wir weiterhin vorsichtig sein müssen“, erklärte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern.

Der landesweite Lockdown, den ihre Regierung direkt nach der Entdeckung eines einzigen Corona-Falls in Auckland in dieser Woche verhängte, wird bis mindestens 24. August verlängert, wie Ardern mitteilte. Eigentlich wäre die Maßnahme an diesem Freitag ausgelaufen. Doch „wir wollen, dass das ganze Land in höchster Alarmbereitschaft ist“, sagte die 41-jährige Ministerpräsidentin.

11 statt Zero

Nach offiziellen Angaben wurden inzwischen auch in der Hauptstadt Wellington drei Infektionen nachgewiesen. Insgesamt waren in Neuseeland allein am Freitag elf neue Fälle registriert worden – ein herber Rückschlag für Neuseelands „Zero COVID“-Strategie.

Alle Fälle stünden miteinander in Verbindung, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Infizierten in Wellington seien kürzlich in Auckland gewesen. 

Setzt weiterhin auf „Zero COVID“: Premierministerin Jacinda Ardern

Angesichts der Pandemie hatte sich der Inselstaat im Südpazifik im März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Lediglich 26 Menschen in dem Land mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern starben nach einer SARS-CoV-2-Infektion, weshalb Neuseeland als Vorzeigestaat im Kampf gegen Corona angesehen wird. Allerdings verläuft die Impfkampagne dort schleppend, nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind bisher vollständig geimpft.

Auch Sydney steht weiter still

In Australien wurde der Lockdown im Großraum Sydney inzwischen sogar bis Ende September verlängert. Die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, kündigte zudem weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus an: So sollen von Montag an die Menschen eine Maske tragen, sobald sie ihr Haus verlassen, es sei denn, sie treiben Sport. In besonders betroffenen Regionen werde Sport im Freien jedoch auf eine Stunde am Tag…