Gut fünf Wochen vor der Bundestagswahl geht die CDU-Spitze auf die FDP los. »Die FDP ist bei dieser Wahl keine Garantie für eine Regierung der bürgerlichen Mitte«, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak dem SPIEGEL. »Wer FDP wählt, muss in Kauf nehmen, dass er am Ende mit Saskia Esken und Kevin Kühnert am Kabinettstisch aufwacht.“

Die stellvertretende Parteichefin Julia Klöckner sagte: »Die Strategie von Christian Lindner und der FDP ist klar. Sie wollen unsere Wähler einlullen, indem sie allen erzählen, Armin Laschet habe das Kanzleramt schon sicher. Dabei liegt es doch auf der Hand: Wer Grün-Rot nicht will, darf nicht die FDP wählen, sondern muss Schwarz stärken.« Auch CDU-Vorstandsmitglied Christian Baldauf stellte die Verlässlichkeit der FDP in Frage. »Ich warne eindringlich davor, die Möglichkeit einer Ampel zu unterschätzen«, sagte er. »Für die CDU wäre das die ungünstigste Regierungskoalition.«

FDP schießt zurück

Die FDP reagierte scharf auf die Angriffe der Union. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion warf CDU und CSU vor, die Orientierung verloren zu haben. »In der Union herrscht offenbar Panik oder politische Orientierungslosigkeit«, sagte Buschmann. »Wir wollen weniger Steuern, weniger Bürokratie und solide Finanzen. Wenn die Union glaubt, uns dafür kein besseres Angebot machen zu können als die SPD, dann muss es mit der Sozialdemokratisierung der Union noch schlimmer sein als gedacht.«

Die Union ist in Umfragen zuletzt stark abgerutscht. Im neuen Deutschlandtrend kommt sie noch auf 23 Prozent, ein Vorsprung von nur noch zwei Punkten vor den Sozialdemokraten. Am Samstag trifft sich die CDU-Spitze in Berlin, um den Wahlkampf offiziell einzuleiten. Vorgesehen sind Auftritte von Kanzlerkandidat Armin Laschet, CSU-Chef Markus Söder und Kanzlerin Angela Merkel.