Die Lage in Kabul und um den Flughafen herum bleibt gefährlich und unübersichtlich. Mehrere Zehntausend Menschen drängen sich um das abgeriegelte Gelände und versuchen, auf das Flugfeld und in Reichweite der internationalen Rettungsmission zu gelangen. Ein deutscher Staatsbürger, der auf dem Weg zum Flughafen war, wurde angeschossen, ist aber außer Lebensgefahr und soll rasch ausgeflogen werden.

Die Lage, so lautete einen der meistgebrauchten Sätze am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin, bleibe »volatil«.

Die Bundeswehr will nun auch jenseits des Kabuler Flughafengeländes Hilfesuchende einsammeln. Dafür sollten zwei leichte Hubschrauber bis Samstag nach Afghanistan gebracht werden, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums einen Bericht des SPIEGEL. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, kündigte an, die Helikopter sollten in Kabul und Umgebung eingesetzt werden.

Mehr als 18.000 Menschen sind nach Angaben der Nato bis zum frühen Morgen aus dem Land geflogen worden. Ein Teil davon wurde mit deutscher Hilfe evakuiert. Die Bundeswehr hat bisher nach Angaben des Verteidigungsministeriums 1649 Menschen aus 38 Nationen aus Kabul herausgebracht. Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer sprach von bis jetzt elf Evakuierungsflügen.

Das Auswärtige Amt teilte mit, man habe dabei auch mehr als 100 EU-Angehörige und 160 Personen aus Drittstaaten transportiert. Umgekehrt seien bei Flügen der USA und der Niederlande 135 Personen evakuiert worden, deren Rettung Deutschland wichtig war. Genauere Angaben über die Zahl der geretteten Ortskräfte wurden bislang nicht gemacht.

Wie der SPIEGEL aus Kreisen der Bundesregierung erfuhr, wird von derzeit noch »rund 300« deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern ausgegangen, die sich in Afghanistan und mutmaßlich überwiegend in Kabul aufhalten. Die Zahl stehe aber unter Vorbehalt, da sich noch weitere deutsche Staatsbürger melden könnten, hieß es.

Eine Frage, die Berlin beschäftigt: Was…