Krypto-Firma Polynetwork
Ein Hacker stahl ihnen 600 Millionen Dollar – nun bieten sie ihm einen Job an

Der nur „Mr. Whitehat“ genannte Hacker gab sich ungewohnt kooperativ (Symbolbild)

© PeopleImages / Getty Images

von Malte Mansholt
19.08.2021, 19:58 Uhr

Der Diebstahl machte letzte Woche Schlagzeilen: Mehr als 600 Millionen Dollar in verschiedenen Kryptowährungen hatte ein Hacker dem Unternehmen Polynetwork durch eine Sicherheitslücke abgezweigt. Jetzt nahm die Geschichte eine unerwartete Wendung.

Es war der größte Diebstahl in der Geschichte der Kryptowährungen: 600 Millionen Dollar, umgerechnet knapp 510 Millionen Euro, hatte ein nach wie vor unbekannter Hacker aus den Wallets des Krypto-Unternehmens Polynetwork gestohlen. „Es hätte auch eine Milliarde sein können“, protzte er. Doch eine Woche später, winkt ihm nicht das Gefängnis, sondern eine Belohnung von einer halben Millionen Dollar. Und ein neuer Job – als Sicherheitschef des bestohlenen Unternehmens.

Das hat Polynetwork bei Twitter angekündigt. „Wir haben keine Pläne, Mr Whitehat rechtlich verfolgen zu lassen und laden ihn ein, unser Chief Security Adviser zu werden“, heißt es auf dem offiziellen Account des Unternehmens. Was zunächst schwer überrascht, ist letztlich ein konsequentes Ende für eine wendungsreiche Geschichte.

„Ich habe genug Geld“

Denn schon kurz nach dem der Diebstahl bekannt wurde, äußerte sich auch der Hacker selbst dazu. Nach ersten Prahleverhalten – die Beute hätte noch größer sein können, wenn er sich auch die „shitcoin“, also weniger wertvolle Währungen, geschnappt hätte – änderte sich bald der Ton. Ihm gehe es nicht ums Geld, vielleicht würde er bald etwas zurückgeben, verkündete er in Einträgen zu kleineren Überweisungen mit dem Geld. Und begann tatsächlich bald, größere Summen von Kryptomünzen an ihre Besitzer zurückzuschicken….