Die US-Regierung will dem Großteil ihrer Bevölkerung bereits ab Mitte September eine dritte Impfdosis gegen Covid-19 anbieten. Das haben die zuständigen Behörden mitgeteilt. Rund acht Monate nach Abschluss der ersten beiden Impfungen solle eine dritte Dosis der Präparate von Pfizer/Biontech oder Moderna gegeben werden.

Hintergrund der geplanten Maßnahme ist, dass die besonders ansteckende Delta-Variante die Fallzahlen in den USA stark in die Höhe treibt und sich auch die Kliniken wieder mit Covid-19-Patienten füllen. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei über 270. Dazu dürfte jedoch auch beitragen, dass in den USA nur rund die Hälfte der Bevölkerung den gegen die Delta-Variante wichtigen vollständigen Covid-19-Impfschutz besitzt. Zugleich sind die Schutzmaßnahmen vielerorts deutlich laxer als hierzulande.

In Deutschland sind nach offiziellen Angaben rund 64 Prozent der Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat jüngst die 40er-Marke überschritten. Auch hier wird über Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen oder solche mit geschwächtem Immunsystem diskutiert. Das kann sinnvoll sein, da die Impfstoffe bei ihnen weniger wirksam und die Personen zugleich besonders gefährdet für schwere Verläufe sind.

Die amerikanische FDA hatte bereits vergangene Woche eine Auffrischungsimpfung für Menschen mit geschwächtem Immunsystem zugelassen. Über die gesamte Bevölkerung schützen die Covid-19-Impfstoffe nach bisherigen Erkenntnissen aber weiterhin hochwirksam vor schweren Krankheitsverläufen und reduzieren auch das Infektionsrisiko deutlich. Das Vorhaben der USA, der gesamten Bevölkerung eine dritte Impfung anzubieten, stößt daher auf Kritik.

Mehr Infektionen, höheres Risiko für fittere Varianten

In vielen Teilen der Welt hatten die Menschen bislang oft noch gar keine Möglichkeit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, weil Impfstoff fehlt. Maria Van Kerkhove, führende Vertreterin der…