»Mit Impfen zeigt man Solidarität, mit Impfverweigerung zeigt man Egoismus«: Darauf reduzierte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im Juli die Entscheidung für oder gegen eine Corona-Impfung.

Solidarität ist in der Pandemie das oberste Gebot der Politik. Erst sollten die Jüngeren solidarisch sein mit den Älteren und anderen Risikogruppen, dann die Geimpften mit den noch Ungeimpften. Doch inzwischen gibt es für alle ab 12 Jahren ein Impfangebot. Heißt das, wir können die Solidarität beim Gesundheitsschutz langsam mal sein lassen?

Die Juristin Elisa Hoven findet, Kindern und Jugendlichen seien genug »Sonderopfer« abverlangt worden. Im Stimmenfang erklärt sie außerdem, warum Druck auf Ungeimpfte für sie ein »merkwürdiges Freiheitsverständnis« offenbart.

Der Psychiater Jan Kalbitzer bezeichnet das Ende der kostenlosen Schnelltests als »Psychotricks«, die am Ende nur der Gesellschaft schaden. Er plädiert für Solidarität auch mit Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen.

Doch die Frage ist, wie lange wir uns Rücksichtnahme auf Ungeimpfte leisten können: Künftige Virusvarianten drohen den mühsam erkämpften Impfschutz noch stärker herauszufordern, als es die Delta-Variante schon tut.

Neugierig geworden? Dann hören Sie hier den neuen Stimmenfang:

Sie haben Themenvorschläge oder Feedback zu unserem Podcast? Sprechen Sie auf unsere Mailbox oder schicken Sie uns eine Sprachnachricht per WhatsApp – beides unter der Nummer +49 40 38080 400. Oder schicken Sie eine Mail an stimmenfang@spiegel.de.

Die Quellenangaben und weiterführende Links zur Sendung finden Sie hier.