Einsatz in Afghanistan
Biden gibt „Chaos“ bei Truppenabzug zu – und verspricht, zu „bleiben, bis wir alle rausgeholt haben“

US-Präsident Joe Biden: Ziel sei es, den Einsatz bis 31. August abzuschließen

© Susan Walsh / DPA

Nach der raschen Machtübernahme der Taliban häufen sich Fragen zur Rolle der Geheimdienste. Beim Abzug aus Afghanistan räumt US-Präsident Joe Biden keine Fehler ein – will Truppen aber für Evakuierungen notfalls länger in Kabul lassen.

Das Chaos beim Abzug der amerikanischen Truppen aus Afghanistan war nach Ansicht von US-Präsident Joe Biden unvermeidbar – aufgrund des Zusammenbruchs der afghanischen Regierung, des Militärs und der schnellen Machtübernahme der Taliban. Er wisse nicht, wie man es hätte schaffen können, den Abzug angesichts dieser Lage „ohne Chaos“ zu meistern, sagte Biden am Mittwoch in einem Interview des Fernsehsenders ABC. Gleichzeitig versicherte er, die US-Soldaten am Flughafen Kabul könnten notfalls auch über den geplanten Abzugstermin am 31. August hinaus bleiben, falls bis dahin noch nicht alle ausreisewilligen Amerikaner evakuiert worden seien.

„Wenn dort noch amerikanische Bürger sind, werden wir bleiben, bis wir sie alle rausgeholt haben“, sagte Biden in dem Interview. Auf die Frage, ob die US-Regierung angesichts des jüngsten Chaos am Flughafen in Kabul Fehler gemacht habe oder ob man besser mit der Lage hätte umgehen können, entgegnete Biden: „Nein. Ich glaube nicht, dass wir es auf eine Weise managen konnten (…), um ohne Chaos rauszukommen. Ich weiß nicht, wie das gehen soll.“

Umstrittene Rolle der US-Geheimdienste

Das US-Militär erklärte unterdessen, es habe keine Warnungen der Geheimdienste gegeben, die einen so schnellen Kollaps von Regierung und Streitkräften in Afghanistan vorhergesehen hätten. „Es gab nichts, das ich gesehen habe, oder irgendjemand anders, das auf einen…