Zakia Khudadadi ist verzweifelt. „Ich bin hier eingesperrt im Haus. Ich kann nicht einmal sicher raus, um ein paar Dinge für mich einzukaufen, zu trainieren, nachzusehen, wie es anderen geht oder um zu überprüfen, ob ich naus dem Wettbewerb ausgeschlossen bin“, sagt die afghanische Taekwondo-Kämpferin in einem Video, das der Chef de Mission des eigentlich geplanten afghanischen Paralympics-Teams für Tokio, Arian Sadiqi, an die britische Nachrichtenagentur Reuters weitergab. Die 23 Jahre alte Khudadadi wollte nach Japan reisen, um dort als zweite Frau aus Afghanistan an Paralympischen Spielen teilzunehmen. Doch weder sie noch der ebenfalls nominierte Leichtathlet Hossain Rasouli schafften es rechtzeitig aus Kabul heraus, bevor die Taliban die afghanische Hauptstadt einnahmen.

Khudadadi berichtet, dass ihre Familie in der Stadt Herat lebe, die vollständig von den Taliban eingenommen worden sei. „Derzeit wohne ich bei entfernten Verwandten in Kabul, die nicht genug zu essen haben, um ihre eigenen Kinder zu ernähren, und ich bin eine zusätzliche Belastung für sie.“ Das Video endet mit einem Hilferuf der Sportlerin: „Ich bitte Sie alle, mich als afghanische Frau und als Vertreter aller afghanischen Frauen zu unterstützen. Mein Ziel ist es, an den Paralympischen Spielen Tokio 2020 teilzunehmen. Bitte nehmen Sie meine Hand und helfen Sie mir.“

Andrew Parsons, Chef des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), zeigte sich betroffen über die Video-Botschaft. „Wenn ich sehe, was in Afghanistan passiert und wie die Träume einer unserer Athletinnen zerstört werden, ist das wirklich traurig und bricht mir das Herz.“

Wild Card erhalten

2016 hatte Khudadadi, die mit nur einem funktionsfähigen Arm geboren wurde, in Ägypten die Afrikanischen Para-Taekwondo-Meisterschaften gewonnen. Die Titelkämpfe standen auch für Teilnehmer aus anderen Kontinenten offen. Das Internationale Paralympische Komitee IPC hatte Khudadadi eine Wild Card für Tokio ausgestellt. „Ich war…