Messenger
Per Whatsapp betrieben die Taliban ein Art Beschwerde-Hotline – jetzt wehrt sich der Messenger

von Malte Mansholt
18.08.2021, 20:03 Uhr

Nach ihrer rasanten Übernahme Afghanistans versuchen die Taliban, sich gemäßigt zu geben. Und richteten sogar eine Art Beschwerde-Hotline für die Hauptstadt Kabul ein. Doch Whatsapp wollte damit nichts zu tun haben. Und steht plötzlich von zwei Seiten in der Kritik.

In ungeahnter Geschwindigkeit haben die Taliban Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht, der Welt blieb wenig übrig, als geschockt zuzusehen. Bisher blieb der befürchtete Rückfall in Zeiten vor dem Konflikt aus, die Taliban geben sich gemäßigt. Und versuchten sogar, mit einer Art Hotline das Vertrauen der Bevölkerung zu erlangen. Nun macht Whatsapp ihnen einen Strich durch die Rechnung. Und muss sich dafür Kritik gefallen lassen.

Die Beschwerde-Hotline, die von einem Sprecher am Sonntag bei Twitter beworben wurde, ist als Möglichkeit gedacht, als Zivilist den neuen Machthabern Gewaltverbrechen, Plünderungen oder andere Probleme in der Hauptstadt Kabul zu melden. In der Vergangenheit hatten die Taliban in anderen eroberten Städte ähnliche Nummern angeboten.

Hotline abgeschaltet

Die Nummer passt in die allgemeine aktuelle Strategie der eigentlich als erzkonservative Extremisten bekannten Taliban. Sie geben sich in den letzten Tagen betont moderat und erklärten, sie wollten „Leben, Besitz und Ehre“ der Afghanen nicht schaden. Nachdem in der Vergangenheit eine extreme Unterdrückung von Frauen und Mädchen zu beobachten war, wurden nun Frauen eingeladen, sich an der Regierung zu beteiligen, zum ersten Mal ließ sich ein Kommandeur von einer Journalistin interviewen. Die Hotline sollte wohl ebenfalls ein Teil der Strategie sein.

Allerdings hatten die Taliban die Rechnung ohne Whatsapp gemacht. Nachdem dem Mutterkonzern…