Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte, hat das Land in Natans 153 Zentrifugen vom Typ IR-4 in Betrieb genommen, um Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent herzustellen. Für Atomwaffen wären 90 Prozent nötig. Laut dem Atomabkommen zwischen dem Iran, den UN-Vetomächten und Deutschland von 2015 müsste die Anreicherung unter vier Prozent bleiben.

Außerdem teilte die IAEA mit, der Iran habe bereits 200 Gramm Metall aus 20-prozentigem Uran hergestellt. Teheran beteuert, auf diese Weise Brennstoff für einen Forschungsreaktor zu entwickeln. Westliche Staaten sehen darin jedoch einen möglichen Versuch, Know-how für die Herstellung von Atomsprengköpfen zu gewinnen, die ebenfalls aus Uranmetall gemacht werden.

In den vergangenen Monaten war in der Islamischen Republik nur eine Produktionseinheit für hoch angereichertes Material in Betrieb, mit 164 Zentrifugen des Typs IR-6. Laut Teheran soll dieses Uran dann für medizinische Zwecke verwendet werden.

Die Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens, das verhindern soll, dass Iran Atomwaffen entwickelt, stocken derzeit. Sie könnten im September mit Gesandten des neuen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi fortgesetzt werden. Seit April haben Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China versucht, zwischen dem Iran und den USA zu vermitteln.

Die USA waren unter Ex-Präsident Donald Trump 2018 einseitig aus dem Pakt von 2015 ausgestiegen und hatten erneut harte Sanktionen gegen Iran verhängt. Das Land begann daraufhin schrittweise gegen die Auflagen zu verstoßen, insbesondere bei der Urananreicherung.

Trumps Nachfolger Joe Biden hat sich grundsätzlich zu neuen direkten Verhandlungen mit Iran bereit erklärt, dringt allerdings darauf, dass das Land sich zunächst wieder an seine Verpflichtungen aus dem Nuklearabkommen halten müsse. Iran wiederum macht die Aufhebung von US-Strafmaßnahmen zur Vorbedingung.

qu/ww (rtr, dpa, afp)