Mit einem gewaltigen Hilfsfonds wollen Bund und Länder den Wiederaufbau in den von der Flutkatastrophe getroffenen Gebieten vorantreiben. Doch mitunter sind auch andere Hilfen gefragt – zum Beispiel für die Bauern.

Um zu verhindern, dass für die Tiere im Stall das Futter knapp wird, sollen sie nun auch bestimmte, eigentlich geschützte Flächen nutzen können. Das Bundeskabinett billigte eine entsprechende Verordnung von Agrarministerin Julia Klöckner »Betroffenen Landwirten greifen wir damit pragmatisch unter die Arme«, sagte die CDU-Politikerin. Viele hätten berichtet, dass es ihnen aufgrund der Schäden an Viehfutter fehle.

Auf ökologischen Vorrangflächen soll es demnach ausnahmsweise möglich sein, Gras und andere Pflanzen zu mähen und mehr Tiere weiden zu lassen als sonst zulässig. Die Länder sollen dafür Gebiete mit wetterbedingtem Futtermangel ausweisen können. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen, die nächste reguläre Sitzung ist am 17. September.

Fünf Millionen Euro Spenden für Weinbauern

Mitte Juli hatten schwere Überflutungen vor allem in Nordrhein-Westfalen und im Nachbarland Rheinland-Pfalz große Verwüstungen angerichtet. Auch in Bayern und Sachsen gab es schwere Schäden. Mehr als 180 Menschen starben. Die Bundesregierung hat am Mittwoch den 30 Milliarden Euro schweren Hilfsfonds für die Opfer der verheerenden Überschwemmungen im Juli auf den Weg gebracht. Zudem will die Regierung die Insolvenzantragspflicht für von der Flut betroffene Unternehmen länger aussetzen.

Die Winzer im Rotweingebiet Ahrtal, die fast alle von der Flutkatastrophe im Juli betroffen sind, sollen dem Deutschen Bauernverband zufolge nun zusätzlich aus Spenden Soforthilfen erhalten. Wenige Wochen vor der Lese erhielten besonders betroffene Betriebe nun jeweils 15.000 Euro.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, eine Spendenaktion habe insgesamt mehr als fünf Millionen Euro für betroffene Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen…