An der Studie waren auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums in Leipzig sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg mit Laborexperimenten beteiligt. Marco Binder, Virologe am DKFZ, konnte mit seinem Team im Labor bestätigen, dass ein erhöhtes Level an Mustererkennungsrezeptoren allein bereits ausreicht, um eine Sars-CoV2-Infektion schnell genug zu erkennen und rechtzeitig eine antivirale Antwort auszulösen.

In früheren Studien wurde bereits die Viruslast im Rachen von Kindern bestimmt. Dabei kam heraus, dass diese ähnlich hoch ist wie bei Erwachsenen – was den Rückschluss zulässt, dass diese auch ähnlich ansteckend sind wie Erwachsene. Binder interpretiert die Ergebnisse seiner Berliner Kolleginnen und Kollegen nun so, dass die Infektiosität jedoch wahrscheinlich nicht so lange anhält: »Da sie das Virus schneller bekämpfen, ebbt die Viruslast schneller wieder ab«, sagt er. »Sie sind also vermutlich nicht so lange infektiös.«

Bei Kindern ist das angeborene Frühwarnsystem deutlich stärker ausgeprägt als bei Erwachsenen, ihr Immunsystem schafft es daher offenbar häufig, Sars-CoV-2 abzuwehren, bevor es in die tieferen Atemwege vordringen kann. Das Immunsystem von Erwachsenen hingegen werde meist von einer Infektion mit Sars-CoV-2 überrumpelt, dadurch falle die »Anti-Virus-Antwort« eher schwach aus und der Erreger könne sich massiv in den Zellen vermehren, so Studienautorin Lehmann.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass es sich um einen allgemeinen Mechanismus handelt, der nicht nur bei Sars-CoV-2 so funktioniert, sondern auch bei anderen Viruserkrankungen. Da Menschen erst im Verlauf ihres Lebens mit mehreren Viren oder Bakterien in Kontakt kommen und eine körpereigene Abwehr entwickeln, haben sie zunächst kein erworbenes Immunsystem – sie sind durch das angeborene Immunsystem geschützt, das offenbar voraktiviert ist, um besser mit Krankheitserregern umgehen zu können.

Im Alter passiert dann genau das…