Die Impfstoffe gegen das Coronavirus verhindern in aller Regel schwere Krankheitsverläufe. Doch ein Impfstoff schützt nie zu 100 Prozent – selbst Geimpfte können sich manchmal infizieren und erkranken.

Sogenannte Impfdurchbrüche, also Infektionen und Erkrankungen trotz Impfung, passieren selten. Eine Auswertung aus den USA zeigt nun, dass sie häufiger vorkommen könnten, als es bisherige Beobachtungen wahrscheinlich erschienen ließen. Der Grund ist wohl vor allem die ansteckendere Delta-Variante. Das ergab eine Auswertung der »New York Times«, für die Daten von sieben Bundesstaaten analysiert wurden. Demnach könnte es sich in sechs der Staaten mindestens bei einem von fünf neu diagnostizierten Fällen um eine Durchbruchinfektion handeln.

Untersucht wurden die Staaten Kalifornien, Colorado, Massachusetts, Oregon, Utah, Vermont und Virginia, weil sie die detailliertesten Daten zum Coronavirus erheben. Ob der beobachtete Trend auf die gesamten USA übertragbar ist, ist daher unklar. Aber in sechs Bundesstaaten machten Durchbruchinfektionen in den vergangenen Wochen 18 bis 28 Prozent der registrierten Fälle aus. Die niedrigste Rate verzeichnete Virginia, wo 6,4 Prozent der Fälle geimpfte Personen betraf.

Möglicherweise liegen die Beobachtungen unter den tatsächlichen Werten. Weil die meisten Geimpften vermutlich keine oder nur geringe Symptome entwickeln, gehen sie nicht zum Arzt und werden nicht als Infizierte registriert. Die US-Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hat die Auswertung bisher nicht kommentiert, will aber am Mittwoch neue Statistiken vorstellen.

In absoluten Zahlen zeigt sich, wie niedrig die Raten der Impfdurchbrüche sind und dass die Vorteile eine Impfung gegenüber diesem Risiko überwiegen. In Kalifornien machten die 1615 Krankenhauseinweisungen von Menschen mit Durchbruchinfektionen am 8. August nur 0,007 Prozent von fast 22 Millionen vollständig immunisierten Einwohnern aus. Die Todesfallrate war noch…