Es geht explizit um die Rechte von Frauen und Mädchen in einem gemeinsamen Statement, das  von der EU und 19 weiteren Ländern verfasst wurde. Darin pochen die Staaten darauf, Mädchen und Frauen in Afghanistan hätten es ebenso wie die männliche Gesellschaft dort verdient, in Sicherheit, Geborgenheit und Würde zu leben. Jede Form von Diskriminierung und Missbrauch sei zu vermeiden, heißt es an die Adresse der radikal-islamischen Taliban gerichtet. Die neuen Machthaber müssten den Schutz von Frauen und Mädchen garantieren und ihre Rechte auf Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit wahren. Zu den Mitunterzeichnern des Appells gehören auch Großbritannien, die Schweiz, Kanada, Australien, Neuseeland und mehrere süd- und mittelamerikanische Staaten.

Die „Zarghona High School“, Afghanistans größte Mädchenschule in Kabul – bleibt sie auch künftig offen?

Nach der faktischen Machtübernahme der militanten Taliban mehrt sich die Sorge, dass Frauen und Mädchen in dem Land am Hindukusch künftig unterdrückt werden. Viele befürchten, die Islamisten könnten eine ähnliche Schreckensherrschaft errichten wie zwischen 1996 und 2001. Damals folgten die Taliban einer extrem rigiden Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts.

Frauen durften keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, Mädchenschulen wurden geschlossen. Die Strafen bei Gesetzesverstößen waren oft grausam. Dieben wurde die Hand abgehackt. Des Ehebruchs bezichtigte Frauen wurden zu Tode gesteinigt.

Tote bei Protesten gegen Taliban 

Unterdessen sind in der westafghanischen Stadt Dschalalabad bei Protesten gegen die Taliban mindestens drei Menschen getötet und mehr als ein Duzend weitere verletzt worden. Augenzeugen und ein früherer Polizeivertreter berichteten, Taliban-Kämpfer hätten das Feuer eröffnet, als Einwohner der Stadt auf einem Platz versuchten, die Landesflagge zu hissen.

Die Islamisten führten inzwischen erste Gespräche mit anderen politischen Kräften Afghanistans. Ex-Präsident Hamid…