„Andere haben eine Psychoanalyse, ich habe Utah“, soll Robert Redfordauf die Frage geantwortet haben, wie er im brutalen Hollywood-Geschäft bestehe. Beharrlich kursiert das Zitat seit Jahren. In jedem Fall ist es plausibel, denn viel verbindet den Schauspiel-Star mit dem kargen US-Bundesstaat. Hier lebt er seit Jahrzehnten, nun mit seiner zweiten Ehefrau, der deutschen Malerin Sibylle Szaggars, hier machte er dasIndependent Sundance Filmfestival bekannt.

Geboren wurde Redford indes in Kalifornien, am 18. August 1936 in Santa Monica, Los Angeles County – und damit geografisch zwar nah an Hollywood, aber doch zugleich sehr fern. Denn er wuchs in einfachen Verhältnissen als Sohn eines Milchmanns auf. Der frühe Tod der Mutter im Jahr 1955 warf den jungen Robert aus der Bahn und direkt in die Arme des Alkohols, was ihn das College-Stipendium kostete, das er mit  Baseball-Leistungen ergattert hatte. Nun jobbte Redford zunächst auf kalifornischen Ölfeldern, reiste dann nach Europa, um in verschiedene Kunstakademien zu schnuppern. Kurz jobbte er in Florenz als Straßenmaler.

Robert Redford und Mia Farrow in der Literaturverfilmung „Der große Gatsby“

Durchbruch als Bandit

Zurück in den USA fand er nach einem Theater-Debüt am Broadway und TV-Nebenrollen mit dem Koreakrieg-Film „Hinter feindlichen Linien“ erstmals den Weg auf die große Leinwand. Im Kino etablierte er sich erst 1967 mit „Barfuß im Park“ an der Seite von Jane Fonda. Zwei Jahre später wurde mit „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ ( „Zwei Banditen“) der Western-Star Robert Redford geboren, der 1972 in Sydney Pollacks Western-Epos „Jeremiah Johnson“ die Titelrolle gab. Gedreht wurde unter anderem auf Redfords Ranch in Utah. Wie auch in „Zwei Banditen“ spielte Redford in der Gauner-Komödie „Der Clou“ neben Paul Newman. Der Film räumte bei der Oscar-Verleihung wie an den Kinokassen ab.

Nun nahm der linksliberale Redford eine Abzweigung zum politischen Kino. Etwa mit „Die drei Tage des Condor“…