Wie schlecht es um die Zukunft der gesetzlichen Rente tatsächlich steht, hängt vom Standpunkt ab. Während die Zahlungen für die mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland 2021 wieder kräftig steigen sollen, kommt der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, zur Bewertung: sehr schlecht.

Nur so lässt sich erklären, dass sich Wolf für ein deutlich späteres Renteneintrittsalter ausgesprochen hat. »Wir müssen zu den Menschen ehrlich sein: Wir werden das Renteneintrittsalter nicht bei 67 Jahren halten können«, sagte Wolf den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Wir werden in den nächsten Jahren über ein Renteneintrittsalter von 69 bis 70 Jahren reden müssen.« Der Gesamtmetall-Präsident, der die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie vertritt, warnte vor einem Finanzierungsproblem bei den Rentenkassen angesichts der steigenden Lebenserwartung. Die Konsequenz daraus müsse sein, dass »die Leute länger arbeiten werden.«

Sollten Selbstständige in die Rentenkasse einzahlen?

Tatsächlich stößt das umlagefinanzierte Rentensystem in seiner jetzigen Form immer mehr an seine Grenzen. Wegen der Alterung der Gesellschaft stehen bei der Rente auf Dauer zu viele Empfänger zu wenigen Beitragszahlern gegenüber. Um das System noch finanzieren zu können, steigt von 2012 bis 2031 das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Zugleich wächst der Anteil, den der Staat aus Steuermitteln zur Rentenkasse zuschießen muss, immer weiter an.

Als wichtiger Grund für die schlechte Lage des Rentensystems gilt das geballte Ausscheiden der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge aus dem Erwerbsleben. Sie und die künftigen Generationen einfach länger arbeiten zu lassen, dürfte jedoch schwierig sein. Zwar sind ältere Menschen, besonders Hochqualifizierte, im Rentenalter immer häufiger erwerbstätig, allerdings wollen viele Babyboomer lieber früher als später aussteigen. Hinzu kommt, dass sich gerade bei körperlich fordernden…