Mitte der 1990er-Jahre führt an R. Kelly kein Weg vorbei: Musikgrößen wie Michael Jackson, dessen Schwester Janet oder auch Whitney Houston verhilft er als Songwriter und Produzent zu Welterfolgen. Mit Hits wie „I Believe I Can Fly“ oder „Ignition“ singt er sich in die Herzen der Fans – vor allem in die junger, zumeist afroamerikanischer Mädchen. 

Etliche von ihnen soll er sexuell genötigt haben. Vor Schulen, in Einkaufszentren oder nach Konzerten soll er sie angesprochen und sie – etwa mit dem Versprechen, sie eines Tages groß rauszubringen – sexuell gefügig gemacht haben. Später sollen Mitglieder seines Teams ihm immer wieder systematisch Mädchen vermittelt, sie erpresst und zum Sex gezwungen haben.

R. Kelly bestreitet jegliche Anschuldigungen

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert stehen Missbrauchsvorwürfe gegen den 54-jährigen Musiker im Raum. Er soll sogar einen Sex-Kult betrieben haben. 2008 steht er erstmals vor Gericht und muss sich wegen des Vorwurfs der Herstellung von Kinderpornografie verantworten. Das Verfahren wird mangels hinreichender Beweise eingestellt. In anderen Fällen einigt sich der R&B-Star mit den Klägerinnen außergerichtlich. 

R. Kelly stammt aus einer Chicagoer Sozialsiedlung. Als Kind soll er selbst sexuellen Missbrauch erlebt haben

Anfang August hat nun ein weiterer Prozess gegen Robert Sylvester Kelly, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, begonnen. Und dieses Mal sieht es nicht so aus, als könne er sich so leicht aus der Affäre ziehen: Von den sechs mutmaßlichen Opfern, die im Mittelpunkt des Prozesses stehen, waren mehrere zum Zeitpunkt der Geschehnisse minderjährig. Die Staatsanwaltschaft hat zudem die Anhörung von etwa 15 weiteren Zeuginnen und Zeugen beschlossen, die behaupten, von R. Kelly sexuell oder körperlich missbraucht, gequält oder bedroht worden zu sein. 

20 Jahre nach ihrem Tod wird Aaliyah zur Kronzeugin

Im Mittelpunkt des Verfahrens steht auch seine Beziehung zu der verstorbenen Sängerin…