Nach Flutkatastrophe
Landrat von Ahrweiler legt sein Amt nieder

Eine Straße in Ahrweiler. Die Bewohner:innen haben nach der verheerenden Flutkatastrophe begonnen, ihre Häuser leer zu räumen.

© Thomas Frey / DPA

Nach Rücktrittsforderungen und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz legte der Ahrweiler Stadtrat Pföhler am Dienstag sein Amt nieder. Nun sei der Weg frei für einen „unbelasteten Neuanfang“.

Der Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), legt sein Amt nach der Flutkatastrophe vom Juli nieder. Das teilte der CDU-Kreisverband Ahrweiler am Montagabend mit. Zur Begründung hieß es, Pföhler könne sein Amt krankheitsbedingt absehbar nicht mehr ausüben − allerdings hatte es nach der Katastrophe auch massive Kritik an seinem Vorgehen gegeben.

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Der Kreis Ahrweiler benötige derzeit einen „unbelasteten Neuanfang“ in seiner Führung, erklärte die CDU-Fraktion. Dies setze Vertrauen der Bevölkerung in die politisch Verantwortlichen voraus. Der Schritt Pföhlers, sein Amt nicht mehr wahrzunehmen, sei „daher notwendig und unausweichlich“. Das Vertrauen der Menschen im Kreis sei nicht mehr gegeben. Die „nun aber zwingend erforderliche entschlossene und zupackende Führung des Amtes“ sei in dieser Ausnahmesituation nicht mehr möglich.

Ermittlungen gegen Landrat von Ahrweiler wurden eingeleitet

Die Fraktionen von SPD und Grünen hatten in den vergangenen Tagen einen Rücktritt Pföhlers gefordert. Vor rund anderthalb Wochen leitete die Staatsanwaltschaft Koblenz Ermittlungen gegen Pföhler wegen des Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen ein. Darüber hinaus ermittelt die Behörde nach eigenen Angaben gegen ein weiteres Mitglied des Krisenstabs.