Wird über die Auswirkungen des Klimawandels gesprochen, geht es meist um große Brände, Dürren und Hochwasser. Kaum Thema öffentlicher Debatten sind Hitzetote, stärkere Belastung durch Pollen, Asthma und die Verbreitung tropischer Krankheiten wie Denguefieber in unseren Breiten. Dass die Erwärmung der Welt auch mit einer Beeinträchtigung der ganz individuellen Gesundheit einhergehen kann, wird noch immer kaum diskutiert.

Dabei können insbesondere die nun häufiger auftretenden Hitzewellen schnell verheerenden Schaden anrichten. So sind etwa der schweren Hitzewelle im Sommer 2003 rund 70.000 Todesopfer in mehreren europäischen Ländern zuzuordnen. Bei Temperaturen von in der Spitze 47 Grad wurde insbesondere Frankreich schwer getroffen, allein in Paris brachen an einem Tag 40 Menschen leblos zusammen, die Kliniken waren heillos überlaufen.

Experten schätzen, dass Hitzewellen auch in Deutschland wahrscheinlich das stärkste klimabedingte Gesundheitsrisiko darstellen. Mit steigenden Temperaturen kommen zudem Krankheiten zu uns, die bisher nur aus fernen Ländern bekannt waren. Das gelte vor allem für Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, sagt Tomas Jelinek, der medizinische Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin im »Klimabericht«-Podcast.

»Das ist sicherlich ein Thema unmittelbar in der nächsten Zeit, weil natürlich Mücken, die ursprünglich mehr in den Tropen und Subtropen verbreitet waren, von veränderten Temperaturen profitieren«, sagt Jelinek. »Denguefieber hat wirklich fast explosionsartig zugenommen in den Tropen, insbesondere Lateinamerika, Philippinen und Südostasien sind in den letzten Jahren sehr stark betroffen. Und wir hatten auch bereits Übertragungen in Europa, weil die Mücken nach Europa eingewandert sind.«

Während es beim Auftreten einiger neuer Krankheiten noch um Einzelfälle geht, dürften die steigenden Temperaturen auch Allergiker betreffen – in Deutschland also rund 40 Prozent der Bevölkerung,…