Am Freitag (13.08.2021) ging eine entsprechende Klageschrift beim Obersten Gericht in New York von einer unbekannten Frau – in den Akten „JC“ genannt – aus Greenwich (US-Staat Connecticut) ein. Darin heißt es, Literaturnobelpreisträger Bob Dylan habe das mutmaßliche Opfer im April und Mai 1965 über einen Zeitraum von sechs Wochen sexuell missbraucht, es unter Drogen gesetzt und mit körperlicher Gewalt gedroht. Dylan habe seinen Ruhm benutzt, um das Vertrauen des zwölfjährigen Mädchens zu gewinnen. 

Stattgefunden habe die Tat unter anderem im New Yorker Chelsea Hotel, wo Bob Dylan zeitweise lebte. Die Vorwürfe umfassen Körperverletzung und Zufügung seelischen Leides. Die Klägerin leide heute noch unter den Folgen des emotionalen Traumas, so die Anwälte. Sie verlangt Schadenersatz in nicht genannter Höhe.

Dylan: Behauptung ist „unwahr“

Ein Sprecher Bob Dylans teilte unterdessen mit: „Die 56 Jahre alte Behauptung ist unwahr und wir werden uns energisch dagegen wehren.“ 

Dass die Klage gegen den mittlerweile 80-jährigen Dylan ausgerechnet jetzt kommt, könnte mit dem sogenannten „Child Victims Act“ zu tun haben. Das Gesetz aus dem Jahr 2019 ermöglicht es Opfern sexuellen Missbrauchs zu klagen, ganz egal wie lange die Tat zurückliegt. Vergangenen Samstag endete die Frist für die Einreichung solcher Klagen.

Welche Folgen die Vorwürfe für Bob Dylans Karriere haben, ist noch nicht absehbar. Derzeit zählt er zu den einflussreichsten Musikern der Geschichte. 

AFP/DPA (bb/ka)