Die Abgeordneten des Bundestages sind laut Artikel 38 des Grundgesetzes »Vertreter des gesamten Volkes«, sie sollen für die Interessen aller Deutschen eintreten. Wenn der Bundestag darüber hinaus ein Spiegel unserer Gesellschaft sein soll, müsste er derzeit viel diverser zusammengesetzt sein, als er es ist. Denn die Mitglieder des aktuellen Parlaments sind – verglichen mit der Gesamtbevölkerung – zu männlich, zu alt, zu akademisch.

Nur knapp ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen, dabei machen Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung aus.

In Deutschland sind 43 Prozent der Menschen jünger als 40 Jahre – im Bundestag zählen nur 18 Prozent der Politikerinnen und Politiker zu dieser Altersgruppe, nicht zuletzt weil man erst ab 18 Jahren kandidieren kann.

Was die Verteilung der Berufe angeht, fällt auf: Es sitzen sehr viele Juristen im Parlament, aber kaum Handwerker. 88 Prozent der Abgeordneten haben einen Hochschulabschluss – rechnet man das auf die Gesamtbevölkerung hoch, also mit Kindern, sind es lediglich 16 Prozent. Die Akademiker sind allerdings auch dann überrepräsentiert, wenn man nur die erwachsene Bevölkerung vergleicht.

Es gibt darüber hinaus im Bundestag zu wenige Alleinstehende, Menschen mit Behinderung, Muslime und Musliminnen. Gut ein Viertel der Menschen in Deutschland hat beispielsweise eine Migrationsgeschichte, aber nur gut ein Zwölftel der Abgeordneten im Bundestag.

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Ende September wird ein neuer Bundestag gewählt, gut möglich, dass er danach bunter wird, heterogener, denn noch nie gab es so viele Bundestagskandidaten aus der Breite der Gesellschaft wie dieses Mal. Wir haben mit sieben von ihnen gesprochen. Den Text finden sie hier.

Anmerkungen der Redaktion:

Die Bezeichnung »verheiratet« schließt auch eingetragene Lebenspartnerschaften mit ein. Abgeordnete ohne Angabe zum Familienstand werden als nicht verheiratet gezählt. Der Anteil der…