Druck soll zunächst an diesem Dienstag (13.30 Uhr) eine Protestkundgebung vor der Zentrale der Deutschen Bahn in Berlin aufbauen. Danach werde es nur noch »sehr kurze Zeit« dauern, bis es wieder zum Streik komme, hatte die GDL in der vergangenen Woche gewarnt. Noch ist aber kein konkreter neuer Streiktermin angekündigt.

Zur Kundgebung ruft mit der GDL ihr Dachverband auf, der Deutsche Beamtenbund. Dessen Chef, Ulrich Silberbach, hatte am Montag erklärt, es werde vermutlich weitere Streikaktionen geben müssen. Zur Kundgebung hat der Beamtenbund nach Polizeiangaben 75 Teilnehmer angemeldet.

Pro Bahn fordert Änderungen am Tarifeinheitsgesetz

GDL-Chef Claus Weselsky hatte zugesichert, dass Fahrgäste sich länger auf einen Streik vorbereiten können als beim ersten Mal. Damals vergingen nur 15 Stunden von der Ankündigung bis zum zweitägigen Arbeitskampf. Zudem hatte er angedeutet, dass der nächste Streik länger dauern und zudem ein Wochenende umfassen könnte.

Den Fahrgastverband Pro Bahn indes stört, dass mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der GDL bei der Bahn potenziell zwei Gewerkschaften streiken – beides zulasten der Kunden. Pro Bahn fordert deshalb Änderungen am Tarifeinheitsgesetz. »Wir brauchen schon eine Regelung, wie man mit zwei verschiedenen Gewerkschaften umgeht. Es darf aber nicht zu einem Konkurrenzkampf der Gewerkschaften kommen«, sagte der Ehrenvorsitzende des Vereins, Karl-Peter Naumann.

Die GDL versucht seit Monaten, neue Mitglieder zu gewinnen, auch von der größeren EVG. Das heizt den Tarifkonflikt mit der Bahn um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen zusätzlich an.

Hintergrund ist das Tarifeinheitsgesetz. Es sieht vor, dass in einzelnen Betrieben nur noch der Tarifvertrag der Gewerkschaft zur Geltung kommt, die dort die meisten Mitglieder vertritt. Das soll eigentlich einen Anreiz dafür bieten, dass Gewerkschaften ihr tarifpolitisches Vorgehen abstimmen, wie das Bundesarbeitsministerium bekräftigte.

Fahrgast-Lobbyist…