Ein paar Schritte mit Joschka Fischer an der Grenze zu Polen: Annalena Baerbock in Frankfurt an der Oder mit dem wohl bekanntesten Grünen-Politiker. In den ostdeutschen Ländern sind die Grünen schwach und brauchen Wählerstimmen. Doch der Termin mit dem Ex-Außenminister wird überschattet vom neuen großen Thema im Bundestagswahlkampf: dem Desaster in Afghanistan.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin Bündnis 90/Die Grünen 
»Es geht um Stunden, es geht um Tage. Und die Nachrichten, die einen jetzt erreichen, dass das Auswärtige Amt eigentlich schon seit Wochen gewarnt worden ist, dass es zu dramatischen Situationen kommen wird, dass man die Botschaftsangehörigen, die Ortskräfte evakuieren muss, und nichts getan worden ist – das zeigt, wie fatal es war, dass man vonseiten der Bundesregierung, des Auswärtigen Amtes die Augen vor der Realität verschlossen hat.«

Im Juni stellten die Grünen im Bundestag einen Antrag zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte. Union und SPD stimmten dagegen. Nach der Übernahme Kabuls durch die radikalislamischen Taliban will die Bundesregierung Ortskräfte nun per Luftbrücke evakuieren – und der Wahlkampf hat eine neue politische Debatte.

Martin Knobbe, DER SPIEGEL  
»Die große Frage ist natürlich, was passiert in Afghanistan und wie groß wird die Flüchtlingsbewegung sein. Und das könnte ein Thema sein, dass den Grünen einerseits natürlich wichtig ist, aber andererseits auch hochgefährlich ist, weil man dann Situationen wie 2015 befürchtet. Wie sich die Grünen da positionieren, das wird sehr spannend werden.«

Auf dem Podium mit Joschka Fischer forderte Baerbock eine schnelle Aufnahme von Geflüchteten aus Afghanistan – ohne eine EU-weite Einigung abzuwarten.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin Bündnis 90/Die Grünen 
»Man könnte sich zusammentun mit denjenigen, die vorangehen wollen. Und das sehe ich als die große Aufgabe jetzt auf die Frage weiterer Integrationsschritt. Diejenigen…