Afghanistan-Krieg
Vier US-Präsidenten, ein Krieg und viele, viele Fehler

US-Präsidenten Biden, Trump, (oben) Obama und Bush (unten)

US-Präsident Bush sah in Afghanistan den ersten Sieg im Krieg gegen den Terror. Jetzt ist der internationale Einsatz gescheitert. Kritiker machen US-Präsident Joe Biden dafür verantwortlich. Welche Verantwortung tragen seine Vorgänger?

US-Präsident Joe Biden stellt gerne seine Empathie zur Schau, beim Thema Afghanistan aber lässt er kaum Mitgefühl erkennen. Dass das Land ins Chaos abgleitet, dass die Taliban zurück an der Macht sind, dass verzweifelte Afghanen um Hilfe flehen – nichts davon bringt Biden dazu, an seinem Entschluss zum Truppenabzug zu zweifeln. „Ich stehe voll und ganz hinter meiner Entscheidung“, sagt er, als er sich im Weißen Haus an seine Landsleute wendet. „Die Ereignisse, die wir jetzt erleben, sind der traurige Beweis dafür, dass keine noch so große Militärmacht jemals ein stabiles, geeintes und sicheres Afghanistan schaffen wird.“

Afghanistan: „Viele Fehltritte“, „totales Desaster“

Der US-Präsident räumt „viele Fehltritte“ in den vergangenen zwei Jahrzehnten des Einsatzes ein. Aus Sicht seiner Kritiker ist der schwerwiegendste Fehler die einseitige Abzugsentscheidung des Demokraten gewesen – der ranghöchste Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, spricht von einem „totalen Desaster“. Dass es in Afghanistan zur Katastrophe kam, lag an einer Vielzahl von Faktoren – und längst nicht nur an den Amerikanern. Auch Bidens drei Vorgänger im Weißen Haus haben aber Entscheidungen getroffen, die sich im Nachhinein als fragwürdig oder falsch herausstellten. Eine Auswahl:

George W. Bush (2001 bis 2009): Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ordnete der Republikaner den US-geführten Einsatz in Afghanistan an. Das Taliban-Regime – das al-Kaida-Chef Osama bin Laden nicht ausliefern…