Machtübernahme durch Taliban
Was ist in Afghanistan passiert? CDU fordert Konsequenzen für Geheimdienste und „schonungslose Aufklärung“

CDU-Geheimdienstexperte Roderich Kiesewetter fordert angesichts der Lage in Afghanistan Konsequenzen für die deutschen Geheimdienste

© Jörg Carstensen / DPA

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan rechnen deutsche Politiker mit Hunderttausenden, die das Land verlassen wollen. Doch auch die Frage, wie es zu so einer Fehleinschätzung der Lage kommen konnte, treibt die Politik um.

Nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat der CDU-Geheimdienstexperte Roderich Kiesewetter Konsequenten für die von dem schnellen Vormarsch überraschten Geheimdienste gefordert. „Wir müssen Lehren aus den Erfahrungen in Afghanistan für die Organisation der Dienste ziehen“, sagte der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, dem für die Geheimdienste zuständigen Bundestagsgremium, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Chaos in Afghanistan
Als Kabul in die Hände der Taliban fiel – die Machtergreifung in Bildern

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Die Machtübernahme

Taliban-Kämpfer sitzen in einem Raum des Präsidentenpalastes. Nur wenige Stunden nach der Flucht des afghanischen Präsidenten Ghani haben Kämpfer der militant-islamistischen Taliban den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Kabul eingenommen.

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„Man muss sich fragen, ob es weiter richtig ist, zwischen Inlands- und Auslandsnachrichtendiensten zu trennen“, sagte Kiesewetter. Er forderte außerdem einen „Bundessicherheitsrat, der wissenschaftsbasiert Trendanalysen oder Szenarien erarbeitet, Einsätze evaluiert und Entscheidungen vorbereitet“ sowie eine „bessere Politikberatung“. Es sei nicht gut gewesen, dass Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) noch im Juni gesagt habe, er gehe in seinen Szenarien nicht davon aus, dass Kabul eingenommen…