Rettungsmission in Kabul
Warum waren nur sieben Personen an Bord des deutschen Bundeswehr-Fliegers?

Soldaten der US-Army halten die afghanische Bevölkerung in Schach, um chaotische Zustände auf der Landebahn des Flughafens in Kabul zu vermeiden.

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640 zu sieben: Während die US-amerikanische Luftwaffe 640 Afghanen mit einer Maschine evakuierte, brachte die deutsche Bundeswehr am Montagabend nur sieben Personen aus dem Land. Warum waren es so wenige?

Die Rettungsaktionen laufen auf Hochtouren, aber sie laufen schleppend. In der Nacht von Montag auf Dienstag hat die Bundeswehr sieben Menschen aus Kabul in Sicherheit gebracht, wie das Auswärtige Amt bestätigte. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und der „Bild“-Zeitung wurden dabei fünf deutsche Bundesbürger, ein Niederländer und eine Ortskraft, die für die Bundeswehr oder ein Bundesministerium tätig war oder ist, evakuiert. Der Airbus A400M kann offiziell 114 Personen transportieren. Es heißt aber, dass während der Evakuierungsaktion Platz für bis zu 150 Menschen sei. Wegen der gefährlichen Lage am Flughafen in Kabul konnten allerdings nur sieben Personen ausgeflogen werden, teilte das Auswärtige Amt mit.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte am Dienstagmorgen in der ARD gesagt, dass der Flug unter äußerst schwierigen Bedingungen erfolgt sei. „Wir haben eine sehr unübersichtliche, gefährliche, komplexe Situation am Flughafen, vor allen Dingen durch die Menschenmengen“, sagte die CDU-Politikerin. Es sei in erster Linie darum gegangen, Soldaten zur Absicherung der Evakuierungsflüge nach Kabul zu bringen. Bis Montagnachmittag hatten sich vier Luftwaffen-Maschinen auf den Weg nach Kabul gemacht. Wegen der chaotischen Lage auf dem Flughafen sei eine Landung stundenlang unmöglich gewesen. Ein Transportflugzeug musste laut „Bild“-Informationen wieder abdrehen. Kurz nach 22 Uhr konnte eine Maschine…