Die afghanische Tragödie

Kabul ist gefallen, Afghanistans Präsident Ashraf Ghani geflohen, die letzten verbliebenen Staatsbürger aus westlichen Ländern harren auf dem Flughafen der Hauptstadt aus und hoffen darauf, so bald wie möglich ausgeflogen zu werden. In diesen Tagen, in diesen Stunden offenbart sich am Hindukusch das totale Scheitern des Westens.

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Taliban-Kämpfer im Präsidentenpalast von Kabul

Foto: Zabi Karimi / AP

Binnen weniger Wochen haben die radikalislamischen Taliban Afghanistan wieder unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem fast alle Soldaten der USA und ihrer Verbündeten das Land verlassen hatten. 20 Jahre dauerte der Einsatz, er forderte etliche Menschenleben, kostete Abermilliarden Euro. Nun droht den Menschen das nächste Terrorregime, fürchten sie Unterdrückung, Folter, Tod. Was für eine Tragödie, was für ein Desaster.

Und was für ein Versagen aller Beteiligten, die geglaubt haben, in Afghanistan könnten sich zumindest in Teilen so etwas wie demokratische Strukturen behaupten.

Dass die Mission so katastrophal chaotisch endet, dafür mögen die USA mit ihrem überstürzten Abzug die Hauptverantwortung tragen. Doch auch die Bundesregierung hat zum Ende ihres Einsatzes die Lage in dem Land, in dem mehr als 50 Bundeswehrsoldaten gefallen sind, dramatisch falsch eingeschätzt. So falsch, dass nun in gefährlichen Rettungsaktionen die verbliebenen Deutschen aus Kabul geholt werden müssen.

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