Bundesregierung im Krisenmodus
Bundeswehr startet Kabul-Luftbrücke – Tausende sollen ausgeflogen werden

Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe startet am Montagmorgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover. Angesichts des rasanten Vormarschs der Taliban in Afghanistan beginnt die Bundeswehr mit der Evakuierung deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte aus Kabul.

© Moritz Frankenberg / DPA

Wegen der dramatisch verschlechterten Sicherheitslage in Afghanistan hat die Bundesregierung eine Evakuierungsaktion für Deutsche sowie für ehemalige Ortskräfte eingeleitet. Offenbar müssen bis zu 10.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Die Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat die Bundesregierung in den Krisenmodus versetzt: Das Bundesverteidigungsministerium startete am Montag eine Luftbrücke, über welche deutsche Staatsbürger und besonders gefährdete Afghanen aus Kabul ausgeflogen werden sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in einer internen Parteisitzung, inklusive den Angehörigen müssten bis zu 10.000 Menschen nach Deutschland in Sicherheit gebracht werden. Sie warnte zugleich vor einer neuen Flüchtlingskrise.

Merkel zeigte sich in einer Sitzung des CDU-Vorstands erschüttert über die Krise in Afghanistan. „Für die vielen, die an Fortschritt und Freiheit gebaut haben – vor allem die Frauen –, sind das bittere Ereignisse“, zitierten Teilnehmer die Kanzlerin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Bei ihrem Evakuierungseinsatz arbeite die Bundeswehr in Kabul eng mit den USA zusammen: „Ohne die Hilfe der Amerikaner könnten wir so einen Einsatz nicht machen.“ 

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Die Bundesregierung habe vor Monaten bereits 2500 Ortskräfte identifiziert, wurde Merkel zitiert. Zudem habe die Regierung 2000 weitere…