„Covid-Games“
Niederländische Taekwondo-Kämpferin trotzt „Quarantäne-Knast“ mit Humor und mentaler Stärke

Lässt sich im „Quarantäne-Knast“ von Tokio nicht unterkriegen: Reshmie Oogink aus den Niederlanden.

© Marcio Jose Sanchez / Picture Alliance

von Dieter Hoß
30.07.2021, 18:47 Uhr

Einmal am Tag Ausgang, um Essen abzuholen. Geschlossene Fenster und Türen. Der „Quarantäne-Knast“ für Corona-infizierte Sportler:innen ist bei Olympia gefürchtet. Die niederländische Taekwondo-Kämpferin Reshmie Oogink lässt nicht unterkriegen.

Als wäre es nicht bitter genug, nach jahrelangem Training wegen einer Corona-Infektion in letzter Minute von den olympischen Wettbewerben ausgeschlossen zu werden. In Tokio kommt es danach noch schlimmer. Positiv getestete Sportler und Sportlerinnen werden in einem Hotel einquartiert, das längst als „Quarantäne-Knast“ gefürchtet ist.

Und zwar völlig zu Recht. Nur einmal am Tag dürfen die Athlet:innen, die meist keine Symptome zeigen, ihr Zimmer verlassen, um Essen abzuholen, das auch noch „jeden Tag das Gleiche“ sei, wie die niederländische Taekwondo-Kämpferin Reshmie Oogink berichtet. Das ist die einzige Abwechslung. Mehr noch: „Wir brauchen frische Luft, denn nichts lässt sich hier öffnen. Die Fenster sind geschlossen, die Türen gehen nicht auf, nie. Das ist nicht in Ordnung“, klagte Ooginks Landsfrau, die Skateboarderin Candy Jacobs, in einem Instagram-Video nach tagelanger Isolation. Gemeinsam mit vier ebenfalls positiv getesteten Landsleuten begaben sich Oogink und Jacobs sogar in einen Sitzstreik in der Hotellobby, um Zugang zu Frischluft zu erzwingen. Nach acht Stunden gewährte die Hotelleitung schließlich 15 Minuten an einem geöffneten Fenster – unter Aufsicht!

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