Nach der Explosion und dem Brand in einer Leverkusener Müllverbrennungsanlage hat das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) eine erste vorsichtige Entwarnung zu den freigesetzten Stoffen gegeben. In den nach der Detonation und dem anschließenden Tanklager-Brand niedergegangenen Rußpartikeln seien keine Rückstände von Dioxin und dioxinähnlichen Stoffen festgestellt worden. Bei den Polychlorierten Biphenylen (PCB) und den Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) seien sehr geringe Werte gemessen worden.

Ein abschließender Befund fehlt noch

Die Ergebnisse könne man als „erste Entwarnung betrachten“, sagte LANUV-Abteilungsleiterin Angelika Notthoff. Zugleich kündigte das Amt an, die betroffenen Areale auch noch auf andere Stoffe absuchen zu wollen, die bis jetzt noch nicht Teil der Analyse waren.

Nach einer gewaltigen Detonation hatte am Dienstagmorgen im Leverkusener Chempark ein Tanklager gebrannt. Eine riesige Rauchwolke stieg auf, in der Region gingen Rußpartikel nieder. Anwohner fürchteten, es könne sich um giftige Substanzen handeln. Der Chempark-Betreiber Currenta hatte erklärt, es hätten chlorierte Lösungsmittel gebrannt. Die Stadt Leverkusen riet bis zu einer abschließenden Klärung, beispielsweise kein Obst aus dem eigenen Garten zu essen. Auch Spielplätze wurden gesperrt.

Bislang wurden vier Menschen tot gefunden. Ein Schwerverletzter starb zudem im Krankenhaus. Nach zwei Vermissten wird weiterhin gesucht, wie der Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath und Hans Gennen von der Geschäftsführung des Chempark-Betreibers Currenta bei der Pressekonferenz deutlich machten.

LANUV-Abteilungsleitern Angelika Notthoff sagte, ihr Amt habe „bis heute im Prinzip“ nicht gewusst, „welche Stoffe in den Tanks tatsächlich gelagert“ hätten. Bei den weiteren Untersuchungen handle es sich gleichwohl um eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Wir kennen unsere Tanks

Zur Frage, wie der Informationsfluss genau war, erklärte ein Currenta-Vertreter, die…