Großbritannien belegt den achten Platz im weltweiten Titel-Ranking der UNESCO-Welterbestätten. Doch statt 32 sind es ab sofort nur noch 31 ausgezeichnete Orte. „Der heutige Verlust des Welterbestatus für unsere Stadt ist, auch wenn er erwartet wurde, ein großer Schlag für unser internationales Ansehen und wird sich zweifellos auf unseren Tourismus und auf Investitionen auswirken“, schreibt Richard Kemp, Liberaldemokrat und Ratsmitglied der Stadt Liverpool auf Twitter.

Im seinem folgenden Kommentar beschreibt Kemp, welche positiven Auswirkungen der Titel UNESCO-Weltkulturerbe auf die Stadt Liverpool hatte. „Als wir den Status 2004 erhielten, half er uns, neben dem Gewinn des Titels ‚Kulturhauptstadt Europas‘, den nationalen und globalen Blick auf unsere Stadt zu verändern. Bis diese beiden Dinge geschahen, waren wir weltweit nur Beatles und Fußball (…). Die Menschen mieden unsere Stadt, um sie zu besuchen, hier zu leben und zu investieren.“ Doch trotz dieser offenbar positiven Effekte des Titels, hat sich die Stadt nicht bemüht, die Vorgaben einzuhalten und stattdessen weitere Großbauprojekte forciert – obwohl die UNESCO schon 2012 angedroht hatte, Liverpool wegen „substantieller“ baulicher Eingriffe der 136 Hektar großen Hafenfront und des Docks seinen Welterbe-Status zu entziehen. 

Unesco-Titel: Begehrte PR-Maßnahme

In den Liverpool Docks soll das „Bramley-Moore Dock Stadium“ entstehen

Im UNESCO-Bericht von Juni war bereits nachzulesen, dass groß angelegte Infrastrukturprojekte wie der Wohn- und Bürokomplex „Liverpool Waters“ sowie der neue Fußballtempel Bramley-Moore Dock Stadium einen Verlust des Charakters der „maritimen Handelsstadt Liverpool“ bedeuten würden. Deshalb wolle man Liverpool den Titel entziehen. Derzeit tagt die UNESCO und entscheidet, welche Landschaften, Denkmäler oder Orte künftig neu auf die Liste der Welterbestätten einen Platz finden dürfen. Bei dieser Gelegenheit können auch Orte, die den Titel nach Ansicht der Unesco…