Drei Buchstaben reichten aus: „Bio“. Mit diesem Kosenamen hat Alfred Biolek deutsche TV-Geschichte geschrieben. Ab den 1970-er Jahren prägte er mehr als 30 Jahre lang mit neuen Formaten die abendliche Unterhaltung in Deutschlands Wohnzimmern. Intelligenz, Witz und Charme waren sein Markenzeichen. Zur Berühmtheit wurde er mit Sendungen wie „Bio’s Bahnhof“ (1978-1992) oder „Boulevard Bio“ (1991-2003). Später kam noch die Koch-Talk-Show „Alfredissimo“ dazu. „Ich wollte Priester werden, Circusdirektor oder Dirigent. Und bin von allem etwas“, sagte er einmal in einer Kultursendung. Legendär, aber auch umstritten war sein plaudernder und verständnisvoller Interviewstil, mit dem er auch Politikergrößen wie den ehemaligen CSU-Vorsitzenden Franz-Josef Strauß oder den Altkanzler Helmut Kohl in seine Show kommen ließ. Während manche Kritiker die gepflegte und menschelnde Geprächsatmosphäre lobten, kritisierten andere diese als anbiederndes Verhalten. 2006 kehrte Biolek dem TV-Geschäft den Rücken.

Alfred Biolek – hier im Duett mit dem Sänger Udo Jürgens

Biolek: vom Anwalt zum TV-Unterhalter

Geboren wurde Biolek am 10. Juli 1934 als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Klosterschülerin und Laienschauspielerin in Freistadt in der damaligen Tschechoslowakei. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie nach Einnahme der Stadt durch die Rote Armee vertrieben und ließ sich in Waiblingen bei Stuttgart nieder. Er studierte Jura und trat 1963 als Justiziar in die Rechtsabteilung des ZDF ein. Schnell wechselte Biolek ins Programm, unter anderem als Moderator in Sendungen wie „Tips für Autofahrer“, „Urlaub nach Maß“, „Nightclub“ und „Die Drehscheibe“. Später prägte er die auf ihn zugeschnittenen Unterhaltungssendungen „Bio’s Bahnhof“ und „Boulevard Bio“.

Engagement gegen Aids

Mit seiner Homosexualität hat sich Biolek lange schwer getan. Erst im Alter von etwa 30 Jahren gestand er sich selbst ein, dass er schwul war. Das Fernseh-Outing erfolgte aber erst Anfang der…