Eine bange Frage treibt Experten in der Coronapandemie um: Wie wirksam sind die Impfungen gegen die deutlich leichter übertragbare Delta-Variante? Vorläufige Zahlen aus Israel erscheinen auf den ersten Blick beunruhigend.

Laut Berichten israelischer Medien, die sich auf aktuelle Daten des Gesundheitsministeriums beziehen, liegt die Effektivität des Biontech/Pfizer-Impfstoffs beim Schutz vor milden Corona-Symptomen, also einer Ansteckung, aktuell nur noch bei 39 Prozent. Bei schweren Verläufen beträgt der Schutz demnach aber noch immer 91 Prozent, im Fall von Hospitalisierungen 88 Prozent.

Bisher haben den Angaben zufolge 5,7 Millionen Menschen in Israel ihre Erstimpfung erhalten, 5,2 Millionen auch die Zweitimpfung. Unter den Doppeltgeimpften seien nach insgesamt 1.152.914 Tests noch 5770 Infektionen registriert worden. Von diesen Patienten seien 334 mit einem schweren Verlauf ins Krankenhaus gekommen und 123 verstorben.

Positivere Daten aus anderen Ländern

Doch die Aussagekraft der Daten ist umstritten. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung zu den neuen Zahlen gibt es noch nicht. Die Ergebnisse sind also mit entsprechender Vorsicht zu betrachten.

Zahlen aus Großbritannien, die gerade im »New England Journal of Medicine« veröffentlicht wurden, zeichnen ein anderes Bild der Lage. Demnach liegt die Effektivität des Biontech/Pfizer-Impfstoffs nach zwei Impfungen selbst im Fall der Delta-Variante bei rund 88 Prozent. Dabei wurde eine Corona-Erkrankung mit Symptomen jeder Art betrachtet.

Experten in Israel weisen zudem darauf hin, dass die Daten des Gesundheitsministeriums verzerrt sein könnten. Das habe damit zu tun, dass ein großer Teil der Tests im Land in einigen wenigen Corona-Brennpunkten stattgefunden habe, außerdem unter Älteren. Jüngere und Doppeltgeimpfte seien dagegen kaum getestet worden. Die Effektivität des Schutzes gegen milde Symptome lasse sich daher nur schwierig bewerten. Eine frühere Studie zu Erkrankungen trotz doppelter Impfung in Israel hatte…