Bei schweren Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Rebellen in der nordäthiopischen Region Afar sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Zivilisten getötet und mehr als 50.000 vertrieben worden. Die Gefechte in dem an die Konfliktregion Tigray angrenzenden Gebiet dauern nach Angaben eines Sprechers der äthiopischen Katastrophenschutzbehörde noch an.

Die Region ist von strategischer Bedeutung, da durch sie die Haupt-Verbindungsstraße und die Eisenbahnlinie verlaufen, die die Hauptstadt Addis Abeba und den Seehafen von Dschibuti verbinden. Laut Zeugenaussagen haben die Kämpfer aus Tigray Häuser verbrannt, Eigentum geplündert und Zivilisten getötet. Von unabhängiger Seite lassen sich diese Angaben indes kaum überprüfen.

Tausende Tote

Im November hatten äthiopische Regierungstruppen die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF angegriffen. Ministerpräsident Abiy Ahmed begründete den Einmarsch damit, dass Aufständische Militärbasen angegriffen hätten. Durch die anhaltenden Kämpfe wurden nach UN-Angaben bereits Tausende Menschen getötet.

Hunderttausende leiden unter Hunger und sind – wie hier in Mekelle – auf Hilfsgüter angewiesen (Archivbild)

Zudem löste der bewaffnete Konflikt eine schwere humanitäre Krise aus. Rund 400.000 Menschen in Tigray leiden nach Angaben der Vereinten Nationen an Hunger. Die Kämpfe in Afar behindern auch internationale Hilfslieferungen nach Tigray. Erstmals seit einem Monat landete jetzt wieder ein Flugzeug mit 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Hilfsorganisationen in der Regionalhauptstadt Mekelle.

Tausende Menschen demonstrieren in der Hauptstadt Addis Abeba mit Nationalflaggen gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray

In der Hauptstadt Addis Abeba gingen Zehntausende Menschen auf die Straße, um ihre Unterstützung für die äthiopische Armee zu zeigen. Auf Plakaten wurde die TPLF unter anderem als „Äthiopiens Krebsgeschwür“ bezeichnet. Die Gruppe wird von der Regierung in Addis Abeba als…