SPIEGEL: Herr Friedrich, steht uns am Wochenende die nächste Katastrophe bevor?

Andreas Friedrich: Es kommen neue Unwetter, ja. Insgesamt haben wir aber eine andere Großwetterlage als bei den Überschwemmungen durch Tief »Bernd«. Da kamen mehrere Tage Starkregen und vor allem Dauerregen mit riesigen Niederschlagsmengen über einem größeren Gebiet zusammen, was dann zum Übertreten von Flüssen und Bächen und den heftigen Überschwemmungen geführt hat. Jetzt am Wochenende erwarten wir zwar auch wieder feuchtwarme Luft und ein Tief, das wird sich im Gegensatz zu »Bernd« aber nicht über Tage festsetzen, sondern angetrieben von stärkeren Luftströmungen durchziehen.

Zur Person

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Foto: Deutscher Wetterdienst

Andreas Friedrich hat Meteorologie studiert und ist Pressesprecher und Tornadobeauftragter beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

SPIEGEL: Was heißt das konkret?

Friedrich: Wir kriegen typische Sommergewitter. Es wird am Samstag im Südwesten und am Alpenrand kurzzeitig und lokal begrenzt Unwetter geben, die sich abends und in der Nacht zum Sonntag nordostwärts ausbreiten, das heißt auch in Richtung Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Dabei kann es auch zu Hagel, Sturmböen und Starkregen kommen mit mehr als 40 Litern Regen pro Quadratmeter in einer oder zwei Stunden. Die Unwetter treten aber so stark örtlich begrenzt auf, dass es an einem Ort schütten und gewittern wird und im nächsten womöglich schon wieder die Sonne scheint.

»Wir können nur sagen, wie viel Regen vom Himmel kommt.«

SPIEGEL: Nach den jüngsten Erfahrungen klingeln beim Theme Starkregen bei Menschen vielen die Alarmglocken. Zu Recht?

Friedrich: Es gibt keinen Grund zur Panik, man sollte Unwetter aber auch nicht verharmlosen. In Deutschland ist bis weit in die kommende Woche hinein mit feuchtwarmer Luft und entsprechend auch immer wieder mit Schauern und Gewittern zu rechnen. Wir werden die Lage die kommenden Tage weiter genau…