1. Noch fehlt es vielen Deutschen an Begeisterung für die Olympischen Spiele – aber der Spaß am Sport dürfte sich mit den ersten Wettkämpfen einstellen

Ich bin kein besonders enthusiastischer Sportfan, aber ich freue mich auf die Olympischen Spiele in Tokio. Mit dieser Vorfreude wäre ich im Gastgeberland, wo eine große Mehrheit der Menschen die Wettbewerbe lieber nicht im Land hätte, wohl ein Außenseiter. Viel Olympia-Begeisterung spürt man auch in Deutschland bisher nicht. Das nach Japan entsandte deutsche Fußballteam trat heute, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der Spiele, gegen Brasilien an und unterlag 2:4. Noch viel mehr als durch dieses Spiel wurde meine Lust auf die Sportwettkämpfe durch meine Kollegin Anne Armbrecht und meinen Kollegen Jan Göbel angefeuert: Sie haben heute eine Liste der deutschen Athletinnen und Athleten zusammengestellt, die auf Medaillen hoffen dürfen.

Meine Lieblingssportlerin mit Erfolgschancen aus dem deutschen Team ist fürs Erste die Läuferin Gesa Krause. Ihre Paradedisziplin heißt 3000 Meter Hindernis, in ihr hat sie bei der Leichtathletik-WM 2019 die Bronzemedaille gewonnen. Aber dann geriet die heute 28-Jährige in eine Krise, wegen der sie sogar eine kurze Pause vom Profisport einlegte. In diesem Jahre hat sie aber wieder zwei Titel bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen. »Das Coronajahr 2020 hat Krause hart erwischt«, heißt es in der Geschichte der Kollegin und des Kollegen, »nun will sie sich ihren Traum von der ersten olympischen Medaille erfüllen.«

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Deutsche Fahnenträgerin Laura Ludwig

Foto: Oliver Hardt/Getty Images

Gut gefallen hat mir auch, was die deutsche Sportlerin Laura Ludwig, die morgen zur Eröffnungsfeier in Tokio als Fahnenträgerin antritt, im Interview mit meinen Kollegen Jan Göbel und Benjamin Knaack sagt. Einerseits mache es sie »stolz, das Team Deutschland anzuführen«, so Ludwig, anderseits diene der Fahnenträgerinnen-Job der Bekanntheit der…